148  l.ehrgebiet  und  Liehrbetricb.

Kinderkrankheiten,  sowie  der  medizinischen  Poliklinik,  der
psychiatrischen  und  Nervenklinik,  der  Kliniken  bezw.  Polikliniken
  für  Hals-  und  Nasenkrankheiten,  für  Hautkrankheiten
und  Syphilis  und  für  Ohrenheilkunde.

3.  Pathologisch-anatomischer  Kursus.  Pathologisch-histologische
Übungen.  Hygienisch-bakteriolischer  Kursus.

4.  Geburtshilflicher,  chirurgischer,  ophthalmologischer  Operätions-Kursus,
  Impf-Kursus.  Laryngoskopie.  Verbandlehre.
Topographische  Anatomie.

Klinische  diagnostische  Kurse.  Elektrotherapie.

“

Zahnheilkunde.  Topographisch-anatomische  Präparier-Übungen.

NACHTRAG.
a)  Praktisches  Jahr.

Wie  bereits  eingangs  erwähnt,  haben  cs  die  maßgebenden  Kreise,
Unterrichtsverwaltung,  Fakultäten  und  die  Vertretung  der  Ärzteschaft,
für  nötig  erachtet,  daß  der  Mediziner,  che  er  die  Approbation  crhält,
nach  Beendigung  des  Universitätsstudiums  noch  cine  Zeit  lang  eine
weitere  praktische  Tätigkeit  unter  der  Leitung  erfahrener  Ärzte  entfalte.
  Die  Frage  nach  der  Durchführbarkeit  dieses  Planes  war  der
Gegenstand  langer  Beratungen,  und  vollständig  festgelegt  ist  diese
Organisation  auch  jetzt  noch  nicht.  Die  nachfolgende  Schilderung
kann  deshalb  nicht  die  definitiven  Ergebnisse  der  Beratungen  über
diesen  Gegenstand  bringen,  da  diese  im  gegenwärtigen  Augenblicke
noch  fortdauern,  sondern  sie  soll  nur  ein  Bild  entwerfen,  wie  die
Durchführung  dieser  speziell  praktischen  Ausbildung  des  angehenden
Arztes,  die  nicht  mehr  in  das  Bereich  der  medizinischen  Fakultät
fällt,  gedacht  ist.  Ein  Vorbild  für  eine  derartige  Einrichtung  hatte
man  bei  der  seit  langem  üblichen  Ausbildung  derjenigen  Ärzte,  welche
für  den  Sanitätsdienst  in  der  deutschen  Armee  mit  Ausnahme  der
bayerischen  Armeekorps  bestimmt  sind.  Für  diese  angehenden  Militärärzte
  besteht  in  Berlin  die  Kaiser  Wilhelms-Akademic*)  für  das
militärärztliche  Bildungswesen,  in  welche  Studierende  der  Medizin
unter  gewissen  Bedingungen  aufgenommen  werden  können.  Sie
genießen  dort  die  mannigfachsten  Vergünstigungen,  indem  der  größte
Teil  von  ihnen  gegen  schr  geringe  Entschädigung  in  dem  mit  der

*)  Näheres  über  die  Akademie  im  Anhang  dieses  Bandes.  Ad.  R.