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gestellt.  Er  kann  ebenso  gut  wie  an  der  medizinischen  Akademie  an
irgend  einer  anderen  autorisierten  deutschen  Krankenanstalt  scin  praktisches
  Jahr  ableisten.  Es  soll  sich  also  die  Tätigkeit  der  Akademie,
soweit  sie  den  Unterricht  vor  der  Approbation  betrifft,  ausschließlich
nur  auf  die  praktische  Fortbildung  der  auf  der  Universität  gesammelten
medizinischen  Kenntnisse  beschränken,  und  für  die  approbierten  Ärzte
soll  sie  eine  Ergänzung  zu  den  Bestrebungen  des  Zentralkomitees  für
das  ärztliche  Fortbildungswesen  bilden.  Diesem  letzteren  Umstande
ist  auch  dadurch  Rechnung  getragen,  daf  in  das  Kuratorium  jeder
Akademie  für  praktische  Medizin  ein  Vertreter  des  Zentralkomitees
für  das  ärztliche  Fortbildungswesen  und  umgekehrt  ein  Mitglied  der
betreffenden  Akademie  in  das  Zentralkomitee  delegiert  werden  soll.

Die  Aufgaben  der  Akademien  für  praktische  Medizin  sind,  wie
ersichtlich,  schr  weite  und  dankbare  und  beim  richtigen  Erfassen
derselben  werden  diese  Anstalten  unzweifelhaft  eine  ungemein  segensreiche
  Tätigkeit  zugunsten  der  Ärzte  entwickeln  können.  Ganz  besonders
  für  den  Praktikanten  wird  die  ÄAbleistung  des  praktischen
Jahres  an  einer  Akademie  gegenüber  den  Aufenthalt  an  einer  isolierten
Krankenanstalt  vorzuziehen  sein,  denn  die  geistige  Anregung,  die
Möglichkeit  der  wissenschaftlichen  Fortbildung  ist  an  einer  Akademie
mit  ihren  zahlreichen  Fachinstituten  und  Fachlehrern  in  weit  höheren
Maße  gegeben  als  im  anderen  Falle.  Ob  den  Akademien  in  weiterer
Zukunft  nicht  noch  andere  Aufgaben  erwachsen,  etwa  in  der  Richtung,
daß  sie  das  Recht  erhalten,  besondere  Spezialisten-Approbationen  zu
erteilen,  muß  die  Entwicklung  dieser  Anstalten  lehren.  Die  Zahl  der
im  Deutschen  Reiche  zu  errichtenden  Akademien  für  praktische  Medizin
  ist  noch  in  keiner  Weise  festgelegt.  In  erster  Linie  hängt  dies
von  den  Stadtverwaltungen  ab,  die  sich  bereit  erklären,  ihre  bestehenden
  medizinischen  Anstalten  in  den  Dienst  einer  Akademie  zu
stellen  bezw.  neue  Anstalten  zu  diesem  Zweck  zu  errichten.  Es  ist
indessen  nicht  zu  bezweifeln,  daß  bei  der  so  oft  bewährten  und  gezeigten
  Opferwilligkeit  der  deutschen  Städte  für  kulturelle  Aufgaben
dies  in  genügender  Weise  geschehen  dürfte,  umsomehr  als  wieder
eine  derartige  Einrichtung  auf  das  geistige  und  wissenschaftliche  Leben
in  der  betreffenden  Stadt  in  vorteilhaftester  Weise  zurückwirken  wird.