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schaften  cin  und  hat  sich  insbesondere  der  Physiologie  angenähert;
sic  erscheint  mit  der  Philosophie  bisweilen  nur  durch  cine  Personalunion
  verbunden,  und  hier  und  da  wird  sic  bereits  von  Dozenten  der
medizinischen  Fakultät  gelehrt,  ein-\’erhältnis,  das  man  nur  als  natürlich
bezeichnen  kann.  Nur  vereinzelt  erscheint  die  Psychologie  als  Grundlage
  der  Geisteswissenschaften  in  den  Vorlesungsverzeichnissen;  nur
auf  die  Ästhetik  macht  sich,  wie  oben  schon  gesagt,  ein  deutlicher
Finfluß  geltend.  Aber  selbst  z.  B.  im  Betriebe  der  Pädagogik  tritt
dieser  Einfluß  lange  nicht  so  stark  hervor,  wie  amerikanische  lL.eser
es  vermutlich  erwarten.  Wir  haben  zwar  einige  Zeitschriften,  die  sich
die  Verbindung  dieser  beiden  Gebiete  zur  Aufgabe  gemacht  haben,
einige  wissenschaftliche  Gesellschaften,  die  den  gleichen  Zielen  zustreben;
  und  auch  in  den  Ferienkursen,  die  auf  manchen  Universitäten
für  Lehrer  und  I.chrerinnen  der  verschiedenen  Gattungen  gehalten
werden,  finden  wir  Vorlesungen  dieser  Richtung.  Der  eigentliche
akademische  Unterricht  aber  ist  auf  den  meisten  Universitäten  von
diesen  Bestrebungen  fast  ganz  unberührt  geblieben,  was  nach  dem
gregrenwärtigen  Stande  beider  Wissenschaften  auch  durchaus  gerechtfertigt
  erscheint.

3.  Die  Pädagogik,  wie  sie  auf  den  meisten  Universitäten  gelehrt
wird,  zeigt  vielmehr  cine  analoge  charakteristische  Wandlung,  wie  sie
die  Philosophie  erfahren  hat.  Die  historische  Behandlung  tritt  überall
in  den  Vordergrund:  Geschichte  der  Pädagogik,  meistens  3—4  Stunden
in  der  Woche  gelesen,  gehört  zum  festen  Bestand  aller  Vorlesungsverzeichnisse;
  sie  fällt  gewöhnlich  als  Nebenaufgabe  einem  der
Professoren  der  Philosophie  zu.  Die  systematische  Pädagogik  dagegen,
besonders  in  dem  strengen  Sinne  der  Herbartschen  Schule,  ist  nur
auf  einigen  bestimmten  Universitäten  zu  Hause  und  hat  namentlich  in
Jena  einen  nun  schon  seit  lange  festen  Mittelpunkt.  Die  cigentliche
pädagogische  Ausbildung  der  Oberlehrer  findet  bekanntlich,  in  Preußen
wenigstens,  erst  nach  der  Universitätszeit  und  der  Staatsprüfung  statt.
Gleichwohl  fehlt  es  nicht  ganz  an  Vorlesungen,  welche  die  Didaktik
der  einzelnen  L.chrfächer  behandeln  oder  zu  einer  allgemeinen  theoretischen
  Vorbereitung  auf  das  Schulamt  dienen.  Diese  Vorlesungen
aber  werden  zumeist  von  Schulmännern  gehalten,  die  im  Nebenamt
oder  nach  ihrer  Emeritierung,  sei  es  als  Honorarprofessoren,  sei  cs
als  Privatdozenten,  ihre  Erfahrungen  für  den  akademischen  Unterricht
verwerten.  Diese  Einrichtung  hängt  mit  dem  Umstande  zusammen,
daß  es  auf  den  deutschen  Universitäten,  mit  Ausnahme  einer  oder
zweier,  keine  Lehrstühle  für  Pädagogik  gibt,  die  Erziehungslehre  somit