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Bedarfs-  und  Kaufsverhältnissen  bekannt.  Die  Semimarbibliotheken
müssen  sich  mit  einigen  hundert  Mark  jährlich  belhelfen.  So  bleibt,
beim  besten  Willen  der  Beteiligten,  oft  cine  schwere  Bücherarmut,  die
bei  der  Beurteilung  von  Dozenten-  und  Schüler-Arbeiten  auf  diesen
(sebieten  zu  berücksichtigen  ist.  Das  Ausborgen  einzelner  Bände
von  reicheren  Bibliotheken  reicht  für  bestimmte  Themen,  aber  nicht
für  den  täglichen  Gebrauch  aus.  Neugegründete  amerikanische  Universitäten
  haben  in  solchen  Bibliotheksdingen,  gerade  weil  ihnen  die
Traditionen  fehlen,  einen  großen  Vorteil.  Trotz  ungünstiger  Bedingungen
  ist  aber  deutlich  zu  beobachten,  wie  die  Dissertationen
über  neuere  Autoren  an  Zahl  bei  uns  zunehmen  und  in  der  Fragestellung
methodischer  werden.

Von  dem  frischen  Zuge,  der  durch  das  wissenschaftliche  Studium
der  Fremdsprachen  geht,  zeugt  eine  Reihe  Sammlungen  von  Doctorschriften,
  wetteifernd  von  verschiedenen  Universitäten  aus  begründet,
um  über  das  nötige  Mat  hinausgewachsene  Dissertationen  ohne  besonderen
  Schaden  für  die  Aeißigen  Verfasser  an  die  Öffentlichkeit  zu
bringen.  Den  von  Wilhelm  Scherer  in  Straßburg  ins  l.eben  gerufenen
„Quellen  und  Forschungen“  folgten  in  solcher  Art  die  Englischen
Sprach-  und  L.iteraturdenkmale  des  16.-18.  Jahrhunderts  von  Vollmöller-Göttingen
  1883,  die  Wiener  Beiträge  zur  (deutschen  und)  englischen
Philologie  von  Schipper  1886,  die  Erlanger  Beiträge  zur  englischen
Philologie  von  Varnhagen  1889,  die  Münchener  Beiträge  zur  romanischen
und  englischen  Philologie  von  Breymann,  Köppel  und  Schick  1890,
die  Literarhistorischen  Forschungen  von  Schick  und  Wäaldberg-Heidelberg
  1897,  die  Studien  zur  englischen  Philologie  von  Morsbach-Göttingen
  1897,  die  Bonner  Beiträge  zur  Anglistik  von  Trautmann  1898,
Palästra  von  Brandl  und  Erich  Schmidt-Berlin  1898,  Forschungen  zur
englischen  Sprache  und  L.iteratur  von  Kölbing-Breslau  1899,  Marburger
Beiträge  zur  englischen  Philologie  von  Victor  10,  Anglistische
Forschungen  von  }Hoops-MHeidelberg  1901,  Kieler  Studien  zur  englischen
Philologie  von  Holthausen  1901.  Man  mag  über  den  Wert  solcher
Anfängerarbeiten  denken  wie  man  will,  aufjeden  Fall  ist  die  Tatsache
ersichtlich,  daß  die  neusprachlichen  Wissenschaften  gesenwärtig  in
einem  reichen  Frühling  stehen,  und  zwar  entfällt  der  überwiegende
Teil  der  Schriften  auf  Literaturgeschichte  vom  10.  Jahrhundert  abwärts.

Als  Fertigkeit  ist  die  mündliche  und  schriftliche  Beherrschung
von  Fremdsprachen  zu  bezeichnen.  Gutes  Engrlisch  und  Französisch
sprechen  zu  lernen  ist,  sobald  Ohr  und  Zunge  die  Kindesclastizität
verloren  haben,  also  vom  14.  oder  15.  Jahre  an,  eine  für  die  meisten