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und  deren  jüngste  Ausläufer  noch  in  der  Gegenwart  als  Volkssprachen
existieren.  Es  ist  das  Verdienst  amerikanischer  Missionare,  das  jetzt
von  den  Nestorianern  in  Kurdistan  gesprochene  Neuaramäisch  entdeckt
  zu  haben.  Der  Bibelforscher  muß  sich  mit  den  aramäisch  geschriebenen
  Teilen  der  Bücher  Esra  und  Daniel  bekannt  machen,  und
wird  gut  daran  tun,  auch  den  aramäischen  Inschriften  einige  Aufmerksamkeit
  zu  widmen.  Nach  dem  Aussterben  des  Hebräischen
wurden  für  das  Verständnis  des  jüdischen  Volkes  Übersetzungen  in
aramäischer  Volksmundart,  die  sogenannten  Targumin,  angefertigt,
eine  Literatur,  deren  Entstehung  und  Verarbeitung  sich  über  6  bis  7
Jahrhunderte  nach  Christi  Geburt  erstreckt.  Im  engsten  Zusammenhang
mit  den  Targumin  steht  die  älteste  christliche  Übersetzung  des  Alten
Testamentes,  die  in  den  Kreisen  des  Christentums  zu  F.dessa  in  Nordmesopotamien
  vermutlich  im  Zeitalter  der  Antonine  entstanden  ist.
Der  edessenische  Dialekt  dieser  Version,  das  Syrische,  ist  die  Sprache
einer  großen  Literatur  geworden,  welche  in  ihren  Hauptwerken
nationalen  Charakters  dem  Zeitraum  vom  zweiten  bis  zum  siebenten
Jahrhundert  nach  Christi  Geburt  angehört.

Das  Syrische  als  die  älteste  Sprache  des  asiatischen  Christentums
hat  eine  weite  Verbreitung  gefunden,  in  allen  Semiten-ländern  und
ostwärts  weit  darüber  hinaus  bis  in  die  Mongolei  und  China.  Es  ist
die  wichtigste  Sprache  für  die  PAdlologra  vrientalis  christiana,  die
gegenwärtig  als  cine  besondere  Disziplin  gepflegt  zu  werden  beginnt.
Will  man,  was  ich  für  durchaus  zeitgemäß  erachte,  die  Erforschung
des  asiatischen  Christentums  zu  einer  Sonderwissenschaft  erheben,  so
ist  das  Studium  der  syrischen  Sprache  und  Literatur  ihr  Fundament;
um  aber  ihren  Anforderungen  im  granzen  Umfange  gerecht  zu  werden,
ist  ein  sehr  großer  Apparat  sprachlicher  Kenntnisse  erforderlich,  abgesehen
  vom  Syrischen  die  Kenntnis  des  Arabischen,  Koptischen  und
Athiopischen,  des  Armenischen  und  Georgischen.  Bibel  und  Apokryphen,
  ferner  einige  Literaturdenkmäler  der  ältesten  Zeiten,  die  auf
Bardesanes  zurückgehende  Schrift  über  freien  Willen  oder  Vorherbestimmung
  durch  die  Planeten  in  Form  eines  platonischen  Dialogs,
einige  Apologien  aus  altchristlicher  Zeit,  das  Geschichtswerk  des  bisher
  sogenannten  Josua  Stylites  behaupten  im  akademischen  Unterricht
eine  hervorragende  Stelle.

Für  das  wissenschaftliche  Studium  der  hebräischen  Grammatik
ist  die  Kenntnis  des  Arabischen  unerläßlich.  Während  wir  von  der
alten  Sprache  Israels  im  Grunde  nur  spärliche  Bruchstücke  kennen
und  keine  Vorstellung  davon  haben,  wie  sie  für  die  Bedürfnisse  des