200  l.ehrgebiet  und  IL.chrbetrieh.

nächst  einen  bestimmten  Kursus  von  drei  oder  vier  Scmestern  durchzuführen
  suchen,  dessen  Ziel  cine  im  ganzen  sichere  Beherrschung  des
klassischen  Sanskrit  und  eine  allgemeine  Bekanntschaft  mit  der  Ideenwelt
  der  klassischen  Zeit  sein  würde.  In  diesem  Kursus  würden  der
Reihe  nach  die  Anfangsgründe  mit  Übungen  im  Übersetzen  aus
dem  Sanskrit  ins  Deutsche  und  vicc  versa,  epische  Stücke  und  Fabeln,
schwerere  Prosa,  einige  Gesänge  verschiedener  Kunstgedichte  mit
leichten  einheimischen  Kommentaren,  und  ein  Drama  zu  behandeln
  sein.  Reifere  Schüler  würden  dann  nach  Umständen  in
das  eine  oder  andere  Gebiet  der  eigenartigen  wissenschaftlichen
Literatur  Indiens,  den  Veda,  das  Studium  der  Inschriften,  des
Präkrit  und  Palı  usw.  eingeführt  werden.  Da  aber  die  meisten
Zuhörer  nur  wenig  Zeit  für  das  Sanskrit  erübrigen  und  sich
selten  länger  als  zwei  Semester  damit  beschäftigen  können,  so
nehmen  in  Wirklichkeit  die  für  Anfänger  gehaltenen  Vorlesungen,
die  Elemente  der  Grammatik  und  die  Erklärung  leichter  Texte,  im
T.ehrplane  den  bei  weitem  größten  Raum  ein.  Hierbei  ist  zu  bcmerken,
  daß  mit  Rücksicht  auf  die  Zwecke  der  Zuhörer  in  den  Vorlesungen
  über  Grammatik  die  Ähnlichkeiten  zwischen  dem  Sanskrit
und  den  verwandten  Sprachen  gewöhnlich  auch  von  den  eigentlichen
Sanskritisten  mehr  oder  weniger  hervorgehoben  werden.  Die  Erklärung
  der  Texte  findet  von  Anfang  an  in  der  Form  von  Übungen
statt,  für  die  der  Schüler  sich  vorzubereiten  hat;  und  wo  aus  dem
Deutschen  ins  Sanskrit  übersetzt  wird,  werden  schriftliche  Arbeiten
verlangt,  durch  die  die  grammatischen  Regeln  und  Formen  dem
Gedächtnis  am  besten  eingeprägt  werden.  Als  erstes  I.chrbuch  der
Grammatik  und  für  die  Lektüre  leichter  Texte  wird  meistens  Stenzlers
HElementarbuch  der  Sanskrit-Sprache,  umgearbeitet  von  Pischel,  an
einigen  Universitäten  Geigers  Elementarbuch  benutzt;  für  Übungen
besonders  zum  Übersetzen  ins  Sanskrit  dient  Bühlers  Leitfaden  für
den  Elementarkursus.  Zur  Vervollständigung  der  grammatischen
Kenntnisse  wird  namentlich  für  sprachvergleichende  Zwecke  Whitneys
Grammatik  empfohlen.  Wo  die  in  den  Handbüchern  gegebenen
Texte  nicht  ausreichen  sollten,  wird  in  der  Regel  Böhtlingks  Sanskrit-Chrestomathie
  zu  Hilfe  genommen,  wobei  dann  für  die  Präparation
Cappcllers  Sanskrit-Wörterbuch  benutzt  wird.  Im  ganzen  wird  der
fleißige  Zuhörer  —  und  an  Fleiß  fehlt.  es  nicht  —  nach  zwei
Semestern  mit  den  Elementen  des  Sanskrit  vertraut  und  imstande
sein,  einen  leichten  Text  ohne  besondere  Hilfe  des  Lehrers  zu  cerklären.
  —  Für  die  nächsten  Semester  bieten  die  Vorlesungsverzeich-