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Ebenso  folgten  dem  Beispiele  Bopps  seine  jüngeren  Genossen
und  Schüler.  Vor  allem  Friedrich  August  Pott  (1802—1887),  der
1831  in  Berlin  neben  Bopp  als  Dozent  zu  Ichren  begann,  zuerst  über
allgemeine  Sprachlehre  und  als  Erklärer  antiker  Autoren;  dann  aber
gleich  auch  nach  Bopps  neuer  Weise,  aber  mit  eigentümlicher
Variation  sich  auf  einzelne  Sprachen  beschränkend  (z.  B.  „Etymologie
und  Syntax  der  griechischen  Sprache“),  andererseits  auf  die  Völkerkunde
  übergreifend:  „Fthnographisch-linguistische  Übersicht  der  zum
Sanskritsprachstamm  gehörigen  Völker“.  1834  bot  ıhm  Halle  ein
l.chramt  und  wurde  dadurch  ein  dritter  Sitz  des  sprachvergleichenden
Unterrichts.  Wie  Pott  in  seinen  Schriften  ganze  Welten  von  Sprachen
mit  rastlosem  Spürsinn  durchwanderte,  zog  er  sich  auch  als  akadcmischer
  I.chrer  keineSchranken;  selbst  „Hieroglyphisch“  und  Chinesisch
nahm  er  in  den  Kreis  seiner  Vorlesungen  auf.

‚lange  in  bescheidener  Stellung,  ja  zurückgesetzt  und  gehemmt,
wirkte  in  Göttingen  seit  Ende  der  dreissiger  Jahre  Theodor  Benfey
(geb.  1809,  gest.  1881).  Anders  als  in  Bopps  Unterricht  waltete  in
dem  seinigen  bis  zuletzt  die  Sanskritphilologie  vor.  Über  Sprachwissenschaft
  las  er  nicht  regelmäßig  und,  wenn  er  cs  tat,  immer
zusammenfassend,  sei  es  über  allgemeine  Fragen  des  Sprachlebens,
sei  es  über  das  Ganze  oder  über  Teile  der  vergleichenden  Grammatik.
Er  ging  hier  oft  schr  genau  auf  kleine  Einzelheiten  ein;  aber  historische
Spezialgrammatik  trug  er  nie  vor,  auch  nicht  die  des  Sanskrit.  Zu
breitem  Wirken  nicht  veranlagt,  hat  Benfey  durch  seinen  philologisch
fundierten  und  höchst  ideenreichen  Unterricht  der  eigentlichen  Sprachwissenschaft
  vielleicht  mehr  tätige  Mitarbeiter  zugeführt,  als  irgend
einer  der  Vorgenannten.

Fine  zweite  Periode  in  der  Geschichte  des  sprachwissenschaftlichen
  Unterrichts  wird  durch  die  Namen  August  Schleicher
(1821  —  1868)  und  Georg  Curtius  (1820—1885)  bezeichnet.  Ein  Neues
ist  ihnen  gemeinsam,  daß  sie  Indogermanisten  waren,  ohne  Indologen
(oder  überhaupt  Orientalisten)  zu  sein.  Curtius  hat  nic  über  Sanskrit
gelesen.  Schleicher  war  zwar  vom  orientalischen  Studium  ausgegangen,
  und  sowohl  in  seiner  Bonner  Venia,  als  in  scinem  Prager
l.ehrauftrag  war  das  Indische  mitgenannt.  Aber  in  der  letzten  Zeit
seines  Wirkens,  in  Jena  (von  1857  an),  ließ  er  das  Indische,  für  das
er  auch  als  Schriftsteller  nicht  viel  übrig  hatte,  beiseite;  es  schien
ihm  wohl  genügend  ausgebeutet  zu  sein.  Dafür  kamen  bei  ihm  zuerst
mehrere  von  den  Vorgängern  höchstens  in  wissenschaftlichen  Untersuchungen,
  nie  im  Unterricht  berücksichtigte  indogermanische  Sprachen,