234  Lehrgebiet  und  Lehrbetrieb,

reichung  cines  geologischen  Aufschlusses  verhindern.  Auch  der
richtige  Standpunkt  für  photographische  Aufnahmen  innerhalb  einer
landschaft  oder  gegenüber  einem  zu  fixierenden  Einzelphänomen
muß  gelehrt  werden.  In  Beziehung  auf  die  Verteilung  des  menschlichen
  Anbaus  und  verschiedene   wirtschafts-geographische  Fragen
kann  im  allgemeinen  cin  halbtägiger  Ausflug  von  der  einzelnen
Universitätsanstalt  aus  nicht  viel  Beobäachtungssstoff  liefern.  In  dieser
Erkenntnis  haben  sich  mehrtägige  geographische  Exkursionen,  ja
selbst  längere  Reisen,  die  sich  vom  Binnenland  bis  an  die  Sceküsten
oder  in  das  Hochgebirge  der  Alpen  erstrecken,  an  einzelnen  Universitäten,
  wie  z.  B.  in  Greifswald,  Gicefßsen,  Breslau,  Bonn,  Münster,
München,  eingebürgert  und  tragen  dort  außerordentlich  zur  Belebung
des  greographischen  Interesses  bei  der  Zuhörerschaft  bei.  Der  Besuch
der  wichtigsten  geographischen  Anstalten  Mitteldeutschlands  wird  gern
mit  solchen  Ausflügen  in  typische  Landschaften  verbunden.  Noch
fehlt  es  meist  an  gesügenden  Unterstützungen  aus  Staatsmitteln,  um
auch  unbemittelten  Studierenden  die  regelmäßige  Teilnahme  an
diesen  instruktiven  Exkursionen  zu  ermöglichen.

4.  Die  geographischen  Institute.  Als  vor  cnem  Menschenalter
  die  Geographie  als  eigenes  l.chrfach  an  deutschen  Universitäten
Aufnahme  fand,  wurde  den  Vertretern  eine  geringfügige  Summe
meist  jährlich  250--300  M.  -—  zur  Verfügung  gestellt  zur  allmählichen
Beschaffung  eines  „geographischen  Apparates“.  Es  fehlte  noch  vollkommen

  an  Erfahrung  über  die  Bedürfnisse  eines  fruchtbringenden
akademischen  Unterrichts  in  der  Erdkunde.  Man  hatte  von  seiten
der  Unterrichtsverwaltung  wohl  ausschließlich  dabei  Anschauungsmittel
für  die  Vorlesungen  nach  Art  der  im  Schulunterricht  gebrauchten
im  Auge.  Fin  Stamm  von  Wandkarten  und  Globen  dürfte  daher
wohl  überall  den  ersten  Grundstock  zu  den  Sammlungen  innerhalb
der  einzelnen  Apparate  gebildet  haben.  Indessen  ergab  sich  sofort,
wie  unvollkommen  das  Material  an  gedruckten  Wändkarten  für  die
vorliegenden  Zwecke  war,  und  in  welchem  Umfang  es  zunächst  galt,
dasselbe  rein  für  die  akademischen  Vorlesungen  zu  ergänzen.  Denn
diese  hatten  selbstverständhich  sowohl  die  allgemeine  physikalische
Geographie  als  die  länderkunde  in  weit  intensiverer  und  einschenderer
  \Weise  zu  berücksichtigen,  als  dies  im  Schulunterricht  angängrigr
  ist.  Aber  während  die  älteren  historischen  und  philologischen
Seminare  gleichzeitig  zur  Beschaflung  einer  ausgiebigren  I  Tandbibliothek
die  doppelten  und  dreifachen  Mittel  erhielten,  reichten  die  für  die
Erdkunde  ausgeworfenen  kaum  zur  Anschaffung  einiger  Hand-  und