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oder  seminaristische  Übungen  auf  Vorträge  und  Diskussionen  beschränken,
  kann  dieser  Hörsaal  auch  hierfür  Verwendung  finden.
Neben  einem  kleineren  Direktorial-,  bezw.  einem  Assistentenzimmer  wird
weiter  mindestens  ein  geräumiges  Sammlungszimmer  erforderlich  sein.
Die  Mehrzahl  der  vom  Geographen  benötigten  Demonstrationsobjckte
ist  sperriger  Natur  und  beansprucht  ausgiebigen  Raum.  Zwar  lassen
sich  lose  Kartenblätter  in  großer  Zahl  in  geeigneten  Schränken  unterbringen,
  aber  Wandkarten,  Globen,  Tellurien  und  namentlich  Reliefs
erfordern  Platz,  um  instruktiv  zu  wirken.  Nur  Berlin  verfügt  wohl
jetzt  über  einen  größeren  Bestand  von  Reliefs.  Helle  und  geräumige
Korridore  können  zur  Aufstellung  von  Kartenschränken  benutzt
werden,  wenn  sie  einigermaßen  abgeschlossen  sind.  —  Wie  alle
Seninare  in  erster  Linie  eines  für  den  ganzen  Tag  den  Studierenden
zugänglichen  l.esesaals  bedürfen,  in  dem  die  Seminarbibliothek  zumeist
gleichzeitig  Aufstellung  findet,  so  nicht  minder  das  geographische.
Derselbe  muß  jedoch  behufs  ausgiebiger  Ausnutzung  von  Karten  bcsonders
  geräumig  und  licht  sein.  Wo  aber  die  Kartographie  systematischer
  gepflegt  wird,  kann  dies  zweckmäßigerweise  nur  in  einem
eigenen  Zeichensaale  geschehen,  der  mit  besondern  Zeichentischen
nebst  allem  Zubehör  ausgestattet  ist.  Ein  solcher  Saal  kann  abgeschen
  von  den  Stunden,  wo  regrelmäßige  Übungen  abgehalten  werden,
als  cigentlicher  Arbeitsraum  für  die  Weiterstrebenden  benutzt  werden.
Die  Größe  eines  solchen  Zeichensaals  dürfte  sich  weniger  nach  der
allgemeinen  Frequenz  geographischer  Hörerschaft  richten,  als  nach
der  Zahl  von  Teilnehmern,  welche  der  Leiter  kartographischer
Übungen  glaubt  gleichzeitirr  beaufsichtiren  zu  können.  Bei  dem
Wert,  den  man  heute  auf  Projektionsbilder  legt,  werden  kleine  Nebenräume
  für  photographische  Zwecke  erforderlich  sein.

Wie  angedeutet  sind  in  der  geschilderten  Weise  bis  jetzt  nur
wenige  geographische  Institute  ausgestattet,  aber  daß  man  dergleichen
bereits  an  vier  oder  fünf  Hochschulen  besitzt,  beweist  den  großen
Umschwung,  der  sich  dank  dem  Aufschwung  des  geographischen
Studiums  seit  seiner  Einführung  in  den  Anschauungen  vollzogen  hat.
l£s  ist  also  wohl  nur  eine  Frage  der  Zeit,  wann  anderen  Universitäten
  die  gleichen  Vergünstigungen  gewährt  werden.

Was  nun  die  Demonstrations-  und  Sammlungsgegenstände
innerhalb  der  geographischen  Institute  betrifft,  so  haben  sich  die  Bedürfnisse
  zu  reicherer  Ausstattung  nach  jeder  Richtung  erweitert.
I;s  erscheint  dabei  nicht  notwendig,  daß  der  Bestand  überall  der
gleiche  ist,  da  je  nach  Neigung  und  Arbeitsrichtung  des  Fach-