Philosophische  Fakultät:  Geographie.  339

wird  überall  dort,  wo  einzelnen  jungen  Geographen  die  einfachen
Beobachtungsmethoden  beigebracht  werden  sollen,  die  Forschungsreisende
  anzustellen  pflegen,  wiederum  ein  eigenartiger  Stock  von
Instrumenten  je  in  größerer  Anzahl  benötigt  sein.  Solche  für  Routenaufnahmen
  und  für  lHöhenmessungen  kommen  in  erster  Linie  in
Betracht.  Bis  jetzt  findet  sich  ein  größerer  Bestand  nur  in  wenigen
Instituten.

Damit  haben  wir  uns  schon  stark  von  den  Bedürfnissen  geographischer
  Seminare  entfernt,  wie  sie  in  älterer  Zeit  geplant  waren.
Weitaus  die  größten  Beträge  der  verfügbaren  Mittel  werden  wohl
überall  auf  die  Beschaffung  einer  Handbibliothek  verwendet  werden.
Der  Umfang  derselben  ist  dennoch,  wie  es  scheint,  schr  verschieden.
Weniger  weil  die  Mittel  verschieden  bemessen  sind  ---  einen  gewissen
Bestand  an  Hand-  und  T.chrbüchern  der  Erdkunde  und  benachbarter
Wissenschaften  dürften  alle  Seminarbibliotheken  haben  -—,  als  weil
lokale  Vergünstigungen  eine  Beschränkung  erlauben.  Das  gilt  z.  B.
für  einzelne  Orte  am  Sitz  einer  geographischen  Gesellschaft,  welche,
wie  in  Greifswald  und  Gießen,  ihre  in  Austausch  gewonnene  Bibliothek
  im  geographischen  Institut  zur  Aufstellung  bringen,  oder  für
solche  wie  Göttingen,  wo  das  Institut  sich  in  dem  Gebäude  der
Universitätsbibliothek  befindet,  sodaß  deren  Bestände  jederzeit  leicht
zugänglich  sind.  Leipzig,  verfügt  bereits  über  cine  stattliche  geographische
  Bibliothek.  In  Berlin  haben  das  "Geographische  Institut  und
das  Institut  für  Meereskunde  eine  gemeinsame  Handbibliothek.  Zu
den  unentbehrlichsten  Büchern  cines  geographischen  Lesezimmers
jrehören  aber  neben  den  Handbüchern  unbedingt  cine  Reihe  unserer
wichtigsten  geographischen  Zeitschriften,  vor  allem  auch  einige  ausländische,
  die  trotzdem  aus  Mangel  an  Mitteln  noch  vielfach  in
denselben  fehlen.  Die  großen  Handatlanten  müssen  des  Vergleichs
wegen  sämtlich  in  älteren  und  neueren  Ausgaben  vorhanden  sein.

Weit  schwieriger  ist  es  bei  beschränkten  Mitteln  das  wichtigste
Studienobjekt  des  wissenschaftlichen  Geographen,  die  Landkartensammlung,
  auf  dem  Laufenden  zu  erhalten.  Nach  dieser  Hinsicht
sind  dic  einzelnen  Institute  noch  äußerst  verschieden  gestaltet.  Göttingen
erscheint  mit  seinem  Bestand  von  rund  28  000  Karten  besonders  bevorzugt.
  Dies  verdankt  das  dortige  Institut  dem  Umstand,  dat  die
sämtlichen  der  Universitätsbibliothek  gehörigen  Einzelkarten  —  ca.
20  000  —  im  Jahre  1885  dem  Institut  zur  Verwaltung  und  Erweiterung
durch  die  eigene  Sammlung  übergeben  wurden.  Daher  konnte  hier
leichter  der  Bestand  an  topographischen  Karten  europäischer  Staaten