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überraschender  Fintdeckungen  hinzugekommen,  die  einerseits  das
Gebiet  der  physikalischen  Forschung  in  ungeahnter  Weise  erweiterten,
andererseits  aber  sich  zwanglos  in  die  genannte  Auffassung  einfügten.
  Merkwürdigerweise  fallen  diese  alle,  oder  doch  ihr  Bekanntwerden,
  in  dasselbe  Jahr  1896.

Es  war  bei  der  fünfzigjährigen  Jubelfeier  der  Berliner  physikalischen
  Gesellschaft,  am  6.  Januar  1896,  daß  Röntgen  (Würzburg,
jetzt  München)  zum  ersten  Male  einem  größeren  Kreise  von  Physikern
von  den  X-Strahlen  und  deren  wunderbaren,  jetzt  überall  bekannten
F.igenschaften  Nachricht  gab  (diese  X-Strahlen  entstehen,  wie  wir  jetzt
wissen,  überall  da,  wo  Kathodenstrahlen  auf  Hindernisse  stoßen).
Im  Verfolg  dieser  Mitteilung  findet  Becequerel  (Paris)  wenige  Monate
später,  daß  cs  bestimnite,  wie  cs  jetzt  scheint,  weitverbreitcte
Substanzen  gibt,  welche  die  Eigenschaft  der  Radioaktivität  besitzen,
d.  h.  unausgesetzt  Strahlen  aussenden,  die  in  vielfacher  Hinsicht  den
Kathodenstrahlen  ähneln.  Endlich  aber  publiziert,  unabhängig  davon,
Zeeman  (Anisterdam)  im  Oktober  und  November  in  der  Amsterdamer
  Akadamie  die  Entdeckung,  daß  die  von  einem  leuchtenden
Körper  emittierten  L.iichtstrahlen  bestimmter  Wellenlänge  sich  in  mehrere
polarisierte  Strahlen  verschiedener  Wellenlänge  spalten,  sobald  der
Körper  in  ein  Magnetfeld  gebracht  wird;  gemeinsam  mit  H.  A.  T.orentz
L.eiden)  konnte  er  die  Erklärung  dieses  Phänomens  ohne  weiteres
der  Elektronentheorie  der  Lichtemission  entnehnien.  Die  heute  geltende
Krklärung  der  Röntgenstrahlen  ist  dadurch  vorbereitet  worden,  daß
Crookes  (l.ondon)  bereits  1879  die  Kathodenstrahlen  als  Inbegriff
mit  großer  Geschwindigkeit  parallel  zu  einander  geschleuderter  Teilchen
aufgefaßt  hatte.  E.  Wiechert  (damals  Königsberg,  jetzt  Göttingen)
ist  der  erste,  der  dementsprechend  die  Röntgenstrahlen  als  unregelmäßige
  Erschütterungen  im  Äther  erklärte,  welche  durch  den  Anprall
der  geschleuderten  Teilchen  an  Hindernisse  entstehen  (April  1890).
Er  begründet  ferner  als  erster  die  Auffassung,  daß  ces  sich  in  den
Kathodenstrahlen  um  Elektronen  handelt,  die  sich  selbständig  mit  schr
vic!  kleinerer  Masse,  als  den  chemischen  Atomen  zukommit,  bewegen,
und  deren  Geschwindigkeit  der  L.ichtgeschwindigkeit  vergleichbar  ist
(Januar  1897).  Diese  Auffassungsweise  und  die  in  ihr  beschlossenen  Resultate
  sind  schr  bald  von  anderer  Seite  durch  andere  Methoden,  vielfach
unabhängig,  wiedergefunden  worden.  Es  ergeben  sich  dabei  die  merkwürdigsten
  Bestätigungen;  insbesondere  stimmt  die  auf  diesem  Wege
sich  ergebende  Masse  des  einzelnen  Klektrons  mit  derjenigen,  welche  sich
aus  dem  Zeeman-Phänomen  ableiten  läßt,  vortrefflich  überein  (ca.