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Berlin,  1898),  jenes  merkwürdigen  Himmelskörpers,  der  in  seiner  stark
exzentrischen  Bahn  der  Erde  gelegentlich  näher  konımt,  als  Mars.
Nicht  unerwähnt  darf  zum  Schluß  das  wenaue  Studium  der
Saturnsmonde  durch  H.  Struve  jetzt  Königsberg,  früher  Pulkowa)
bleiben,  welches  zur  Aufdeckung  einer  Reihe  merkwürdiger  Regrelmäfsigkeiten
  in  dem  von  diesen  Körpern  gebildeten  System  führte.
Wir  gedenken  endlich  der  Tätigkeit  unserer  Astronomen  auf
den:  Gebiet  der  theoretischen  Astronomie.  In  Nachwirkung  der
Gyldenschen  Anregungen  und  unter  dem  Einflusse  der  Poincardschen
Ideen  tritt  eine  fortschreitende  Verbesserung  in  den  Methoden  der
Störungsrechnung  ein.  Andererseits  werden  durch  Seliger  (München)
und  seine  Schule  immer  neue  Gebiete  der  Stellarastronomie  und  der
Astrophysik  der  mathematischen  Behandlung  unterworfen.  Eine
besonders  aussichtsreiche  Art  der  Fragestellung  zielt  auf  Verbindung
der  astronomischen  Tatsachen  mit  den  unter  I.  besprochenen  neuen
Auffassungsweisen  der  Physik  hin.  Die  Maxwellsche  Theorie  mit
ihren  \Veiterbildungen  belebt  sozusagen  den  Raum,  der  sich  früher
in  toter  Leere  zwischen  den  einzelnen  Weltkörpern  zu  dehnen  schien.
2.  Wenden  wir  uns  zur  Geonomie  und  zunächst  zu  demjenigen
Teile  derselben,  welcher  vorerst  anı  meisten  von  mathematischen
Überlegungen  durchzogen  ist,  zur  Geodäsie.  Hier  stehen,  ihrer
wissenschaftlichen  Bedeutung  nach,  die  Arbeiten  des  Potsdamer
Zentralinstituts  voran.  Von  General  v.  Baeyer  1869  gegründet,  steht
dasselbe  seit  1886  unter  der  Dircktion  von  Hlelmert,  1892  bezog  es
sein  jetziges,  vortreffllich  ausgestattetes  Heim.  Die  hervorragende
Stellung  des  Instituts  findet  ihren  prägnanten  Ausdruck  in  dem
Umstande,  daß  ihm  als  Zentralstelle  die  Bearbeitung  der  Ergebnisse
der  internationalen  Erdmessung  anvertraut  ist.  Gemäß  der  Baeyerschen
Tradition  ist  als  allgemeines  Ziel  der  Institutsarbeiten  die  große
Geodäsie  festgehalten,  d.  h.  eine  immer  genauere  Kenntnis  des
Gesamterdkörpers  nach  seiten  seiner  räumlichen  Abmessungen  und
allgemeinen  mechanischen  Eigenschaften.  Ein  spezielles  Arbeitsgebiet
ist  zur  Zeit  die  Frage  nach  der  Verteilung  der  Schwerkraft  über  die
Erde  hin  (absolute  und  relative  Schweremessungen,  nebst  Feststellung
der  Lotabweichungen).  Ein  schöner  Fortschritt  in  dieser  Hinsicht  ist
es,  dass  cs  neuerdings  gelang,  exakte  Schweremessungen  auch  auf  dem
Ozean  vorzunehmen  (Hecker,  1901/03.  -  -  Die  großen  geodätischen
‚\rbeiten  der  Landesvermessung  und  des  Kätasterwesens,  sowie  die  mehr
technischen  Arbeiten  und  Interessen  auf  dem  Gebiete  der  Gcodäsie
können  hier,  weil  von  dem  Zweck  des  Berichts  zu  weit  abliegend,