278  l.ehrgebiet  und  V.chrbetrieb,

lich  durch  Privatdozenten  *)und  unbesoldete  F.xtraordinarien  gegeben,  sind
doch  die  Arbeiten  der  Geologie  außerordentlich  vielseitiger  geworden:
Abgeschen  von  der  Vorlesung  liegt  der  Schwerpunkt  des  Institutsbetriebes
  auf  der  notwendigen  Anleitung  der  Praktikanten  zur  selbständigen
  Bestimmung  und  Präparation  von  fossilen  Pflanzen  und
Tieren,  zum  Aufnehmen  von  geologischen  Karten,  Zeichnen  von  Prolen
  und  Landschaftsskizzen,  Anfertigung  von  Dünnschliffen,  Ausführung
  mechanischer  Bodenuntersuchungen,  Anwendung  des  Bohrstockes
  und  des  Kompasses  und  Aufnahme  landschaftlicher  und  paläontologischer
  Photographien**).  —  Endlich  erfährt  die  Tätigkeit  des
Gcologen  cine  fernere  Erweiterung  dort,  wo  seismische  Pendelstäationen
  mit  den  Universitätsinstituten  verbunden  sind  (Leipzig,
Breslau,  an  letzterem  Orte  Hauptstation  mit  5  Stationen  Il.  Ordnung,
Bromberg-Gleiwitz  usw.).

Es  mangelt  der  Raum,  die  mineralogischen  und  gevlogischen
Institute  der  20  Universitäten  des  Deutschen  Reiches  eingehender  zu
beschreiben.  Es  sei  nur  einer  Eigentümlichkeit  Königsbergs:  des  mit
der  Universität  vereinigten,  von  den  Geologen  verwalteten  Bernsteinmuseums
  gedacht  und  die  kurze  Schilderung  eines  größeren  und
eines  mittleren  Institutes  angefügt:

Das  Berliner  Museum  für  Naturkunde  umfaßt  außer  den  mineralopischgeologischen
  Disziplinen  Zoologie  und  vergleichende  Anatomie.  Besonders  glücklich  ist
die  raumliche  Tage  zwischen  lundwirtschaftlicher  Hochschule  einer-  und  der  mit  der
Bergakademie  vereinigten  geologischen  Landesanstalt  andrerseits  gewählt.  Der  Stndierende
  und  der  selbständig  arbeitende  Gelehrte  hat  somit  in  einer  Weltstadt  alle  für
seine  Zwecke  in  Betracht  koinnienden  Sammlungen  in  unmitielbarster  Nähe,  ein  Vorzug,
der  in  keiner  anderen  Stadt  ähnlicher  Größe  Kuropas  oder  Amerikas  wiederkehrt.  Auch
die  sehr  bedeutende  königliche  Bibliothek  befindet  sich  in  "stündiger  Entfernung,  enthalt
  jedoch  für  Geologie  und  Mineralogie  nicht  viel  mehr  uls  die  reichen  Bibliotheken
der  Institute,  der  landwirtschaftlichen  Akademie  und  besonders  der  königlie  hen  geologischen
Landesanstalt.  In  den  Einrichtungen  der  Rawnverteilung  des  geologisch-palä  logischen
Instituts  ist  noch  immer  die  Schan-  nnd  Magazın-  (laupt-)  Sammlung  entsprechend  der
oben  geschilderten  Entstehung  in  erster  Linie  berücksichtigt  worden.  Mineralogie  und
Petrographie,  sowie  Geulogzie  und  Paläontologie  nehmen  den  rechten  bezw.  linken  Teil
des  großen  nach  der  Invalidenstraße  zu  gelegenen  Vorbaus  ein.  Das  Erdgeschoß  ist  in
jedem  Falle  für  die  Schausammlung  bestimmt:  die  zwei  vorderen  Raume  enthalten  allgemeine
  und  historische  Geologie,  der  nach  hinten  neben  dem  Lichthof  befindliche  große
Sul  enthalt  die  gesaminte  Paläontologie  in  systematischer  Anordnung.  Der  erste  Stock
ist  fur  die  Ilauptsaminling  bestimnt,  während  im  zweiten  Stocke  die  Arbeitsranme  fir
die  Direktoren  und  Beamten,  der  Nörsaal,  die  Bibliothek  und  die  nicht  sonderlich  ausgedehnten
  Institatszimmer  liegen.  Innerhalb  des  zweiten  Stockes  ist  der  Verkehr  zwischen
den  nahe  Beziehungen  aufweisenden  3  Instituten  unbeschränkt.

*)  Die  naturgemäß  in  wechselnder  Zahl  vorhanden  sind,  z.B.  2.  Z.  in  Tübingen  3,
in  Breslau  $.

**)  Es  ist  hier  die  Tätigkeit  des  Geologen  nur  kurz  skizziert.