Philosophische  Fakultät:  Mineralogie.  Creologie.  Paläontologie.  279

Das  geologisch-paläontologische  Institut  und  Museum  in  Breslau  geht  in  seiner
Gründung  auf  Ferdinand  Römer  zurück,  der  von  Ostern  1855  bis  zu  seinem  1891  erfolgten
  Tode  den  Lehrstuhl  für  Geologie  und  Mineralogie  bekleidete.  Römer  schuf  hier
ein  in  der  Technik  der  Aufstellung  und  der  Auswahl  der  nicht  allzu  zahlreichen,  aber  tadellos
erhaltenen  Stücke  ein  für  die  damalige  Zeit  unerreichtes  Museum.  Ein  großer  Saal  von
ca.  1%0  qm  Fläche  enthielt  und  enthält  noch  jetzt  in  den  Wandschränken  die  chronologisch
  angeordnete  Übersicht  der  geologischen  Formationen,  während  in  den  flachen
kommoxdenartigen  Auslagen  desselben  Raumes  die  ausgestorbene  Tier-  und  Pflanzenwelt,
nach  zoologischen  und  botanischen  Gesichtspunkten  georduet,  untergebracht  ist.  Der
Trennung  der  lehraufträge  fir  mineralogische  Disziplinen  einerseits,  für  Geologie  und
Paläontologie  andrerseits  folgte  1902  eine  Neugestaltung  der  entsprechenden  Tnstitnte
sowie  eine  bedeutende  räumliche  Frweiterung  der  Muscen.  Bei  der  Ausgestaltung  des
Instituts  wurde  besonderer  Wert  auf  Beschaffung  guten  Demonsirati  teriales  gelegt.
Demonstrationstafeln  (z.  T.  gezeichnet,  z.  T.  photographisch  hergestellt)  als  Erläuterung
fossiler  Tiere  und  Gebirgscurchschnitte,  Modelle  und  ein  kleines  Instrumentarinm  veranschaulichen
  die  Wirkung  der  geologischen  Kräfte.  Ein  Skioptikon  mit  elektrischer  Beleuchtung
  bringt  geologisch  interessante  Landschaften  zur  Anschauung.  Auf  einer  matten
Glasscheibe  erscheint  das  Projektionsbild,  wuhrend  gleichzeitig  der  Vortragende  die
geologischen  Leitlinien  mit  bunten  Süuften  skizziert.  Ebenso  wurde,  soweit  es  der
Raum  gestattete,  in  Jen  Arbeitsräumen  und  Laboratorien  durch  Verwendung  jniter
Mikroskope,  elektrischer  Beleuchtung,  der  Schneide-,  Schleif-  und  Bohrmaschinen,
mechanischer  Waschvorrichtungen  dem  Institut  ein  möglichst  munlernes  Ausschen
gegeben.  Mit  der  Kinrichtung  des  Institws  ging  Hand  in  lland  eine  Ausgestaltung  des

Museums.  Zu  dem  oben  beschriebenen  Saal  trat  besonders  hinzu:  em  größerer  Raum
für  allgemeine  Geologie  (Ölgemälde  geologischer  Tandschaften,  Modelle,  Photographien
und  Hlandstücke),  während  die  Geologie  Schlesiens  in  einem  Saale  von  ca.  80  qm
Grundfläche  mit  den  in  der  Provinz  besonders  zahlreich  gefundenen  fossilen  Wirbeltieren
und  Steinkohlenpflanzen  vereinigt  werden  mußte.  Fine  besondere  Stätte  fund  die  technische
  Geologie  (Kohlenbergbau,  F.isen,  Blei-  und  Zinkhüttenwesen  und  die  Steinbruchindustrie)
  in  cinem  kleineren  Kekwal.  Eine  vollständig  eingerichtete  photographische
  Werkstätte  mit  Dunkelkammer  dient  zur  tierstellung  von  photographisch  aufgenommenen
  l.äandschaften,  zur  Vergrößerung  und  Verkleinerung  interessanter  geologischer
Objekte  und  vervollständigt  die  Einrichtungen  des  Instituts.

F.  Frech.