Philosophische  Fakultät:  Botanik  und  Zoologie.  2387

finger-Mikroskopen  zu  verfügen,  mit  denen  die  Studierenden  ihre
Übungen  beginnen.  Ein  einfaches  doch  gutes  Stativ,  dann  aber  zwei
Objektivsysteme,  ein  schwächer,  ein  stärker  vergrößerndes,  sind  nach
meinem  Dafürhalten  hierzu  ausreichend;  dazu  gebe  ich  dem  Anfänger
nur  ein  Okular  in  die  Hand.  Alle  jene  Linsen  sollten  indes  möglichst
  tadellos  sein;  es  gibt  keine  größere  Qual  für  Lehrer  wie  Schüler,
als  mit  alten,  unzulänglichen  oder  verdorbenen  Linsen  zu  arbeiten.
Daneben  wird  jed«s  Institut  auch  immer  einige  stärkere  Objcktivsysteme
  für  die  Anfänger  in  Reserve  haben,  die  an  deren  Stative  angeschraubt
  werden  können,  falls  ihnen  einmal  ein  Objekt  bei  sehr
starker  Vergrößerung  gezeigt  werden  muß;  es  genügt  aber,  wenn  in
solchen,  nur  ausnahmsweise  vorkonımenden  Fällen  einige  wenige  Instrumente
  mit  starken  Systenien  armiert  werden,  an  welche  die  Studierenden
  unter  Anleitung  des  l.ehrers  herantreten.  Dem  Anfänger
ist  immer  wieder  die  Regel  zu  betonen,  beim  mikroskopischen  Arbeiten
  mit  möglichst  geringer  Vergrößerung  auszukomnien;  an  den
von  ihm  auszuführenden  Zeichnungen  aber  kontrollieren  die  I.chrer,
ob  er  die  wichtigste  und  schwierigste  Seite  des  Mikroskopierens,  das
richtige  Beobachten,  sich  angeeignet  hat.

Außerdem  muß  jedes  Institut  danach  trachten,  cine  Anzahl  von
Mikroskopen  zu  besitzen,  deren  Linsensysteme  ausreichend  sind,  die
schwierigsten  mikroskopischen  Probleme  in  Angriff  zu  nehnıen.  Dazu
sind  möglichst  vollkommene,  auch  mit  Nebenapparaten  aller.  Art  ausgerüstete
  Instrumente  erforderlich.  Es  sind  das  kostspielige  Apparate;
aber  nur  sie  allein  bieten  in  der  Hand  des  geübten  Beobachters  Gewähr
  für  einen  Erfolg.  Unter  den  in  Deutschland  bevorzugten  Firmen,
die  beste  Mikroskope  liefern,  dürften  Zeiß  in  Jena,  Winckel  in
Göttingen,  Seibert  und  l.eitz  in  Wetzlar  besonders  zu  nennen  sein.

Außer  den  Mikroskopen  selbst  kommt  dann  ein  Heer  von
weiteren  Instrumenten  in  Betracht,  namentlich  Messer  aller  Art  mit
Einschluß  der  oft  kompliziert  gebauten  Mikrotome;  ferner  Utensilien
zum  Einbetten,  Färben;  Chemikalien  für  Erhärtung  und  mikrochemische
Reaktionen.  Auf  diesem  ganzen  Gebiete  der  Mikroskopie  dürfte  die
Einrichtung  botanischer  und  zoologischer  Laboratorien  sich  sehr  nahe
kommen.

Was  die  physiologische  Abteilung  biologischer  l.aboratorien
anlangt,  so  war  dieselbe  bis  vor  kurzem  in  den  zoologischen  Instituten
gewöhnlich  unvollkommener  ausgestattet,  als  in  den  botanischen.  Dies
hatte  seinen  Grund  darin,  daß  auch  die  vergleichende  Physiologie
ihre  vorwiegende  Pflege  fand  in  den  zum  Bereich  der  medizinischen