208  L.ehrgebiet  und  T.ehrbetrieb.

Fakultät  gehörenden  physiologischen  Instituten.  Diese,  ursprünglich
für  das  Studium  der  Physiologie  des  Menschen  bestimmt,  waren  mit
einer  instrumentellen  und  sonstigen  Ausrüstung  versehen,  die  auch
zur  Beobachtung  der  Physiologie  niederer  Tiere  einlud,  ganz  abgesehen
davon,  dat  das  Tierexperiment  aus  nahe  licgenden  Gründen  benutzt
wird,  un  daraus  Schlüsse  zu  ziehen  auf  das  entsprechende  Verhalten
des  menschlichen  Körpers.  In  neuerer  Zeit  indgs  suchen  die  zoologischen
  Institute  immer  miehr  auch  zu  selbständ,gen  physiologischen
Laboratorien  zu  werden,  und  die  ungeheure  Fülle  der  Probleme,  vor
allem  aber  die  Richtung  der  Zeit,  die  nicht  länger  die  von  uns  in  die
Natur  hineingetragene  Sonderung  morphologischer  und  physiologischer
Gesichtspunkte  erträgt,  sondern  die  Syntliese  beider  in  einer  wahrhaft
biologischen  Auffassung  der  Organismen  fordert,  haben  hierzu  den
Anlaß  gegeben.

Umfangreicher  sind  indes  immer  noch  die  physiologischen  Abteilungen
  der  botanischen  l.aboratorien,  was,  wenn  nicht  besondere
l.ehrstühle  und  Institute  für  Pflanzenphysiologie  vorhanden  sind,  nach
dem  soeben  Gesagten  selbstverständlich  erscheint.  Hier  dienen  wieder
besondere  ‚\rbeitsräume  den  Beobachtungen  der  Pflanzen  mit  physikalischen
  Methoden  und  den  biochemischen  Untersuchungen.  In
ersteren  sind  Wagen,  Spektroskope,  Beobachtungsfernrohre  und  andere
Meßinstrumente  aufgestellt,  drehen  sich  Klinostaten  zur  Untersuchung
der  Einwirkung  von  Schwerkraft  und  Licht  im  allgemeinen,  werden  in
verdunkelte  Räume  durch  einen  Spalt  im  Laden  mittels  eines  Heliostaten
  Bündel  Sonnenlichtes  einfallen  gelassen,  um  die  Abhängigkeit
einzelner  wichtiger  Funktionen  des  Pflanzenlebens  von  der  Wellenlänge
  des  Lichtes  zu  untersuchen,  kurz,  die  Instrumentation  ist  eine
wesentlich  physikalische,  und  auch  hier  wird  die  Beschaflung  möglichst
  vollkommener  Instruniente  angestrebt,  da  nur  sie  einen  Erfolg
verbürgen.

In  den  für  chemische  Arbeiten  bestiminten  Zimmern  sollte  die
Einrichtung  eine  solche  sein,  wie  es  z.  B.  auch  im  Kieler  Institut  der
Fall  ist,  daß  jede  Art  von  biochemischer  Untersuchung  darin  ausgeführt
  werden  kann.  Die  botanischen  Institute  müssen  in  dieser
Hinsicht  selbständig  sein  und  auch  über  die  erforderlichen  Apparate
der  Elementaranalyse  verfügen,  ohne  die  ein  Arbeiten  über  viele  biocheinische
  Aufgaben  unausführbar  ist.

Somit  wird  in  den  botanischen  Instituten  die  Möglichkeit  zu
einem  gesunden  Fortschreiten  auf  den  Wegen  physiologischer  Forschung
geboten,  das  zunächst  immer  ein  Arbeiten  auf  den  Gebieten  der