Philosophische  Fakultät:  T.andwirtschaft.  2093

vor  allem  die  Vertreter  der  Landwirtschaftslehre  selbst  und  zwar
im  engeren  Sinne  dieses  Wortes.  An  jedem  Institut  pflegen  deren
zwei  oder  drei  zu  sein,  entsprechend  der  Einteilung  der  Landwirtschaftsiehre
  in  eine  allgemeine  und  eine  spezielle  oder  entsprechend
der  Dreiteilung:  Betriebslehre,  Acker-  und  Pflanzenbaulehre,  Tierzucht-Icehre.
  Außerdem  zählt  zu  dieser  Gruppe  cin  Professor  der  Agrikulturchemic,
  der  gewöhnlich  Ordinarius  ist,  ferner  je  ein  Lehrer
für  die  Veterinärwissenschaft,  für  Maschinenkunde,  für  Meliorationswesen,
  für  Garten-  und  Obstbau  sowie  für  Forstwissenschaft.
  Der  zweitgenannten  Gruppe  sind  zuzurechnen  die  für
Physik,  Chemie,  Zoologie,  Botanik  und  Mineralogie,  ebenso
die  für  Volkswirtschaftsichre  angestellten  Universitätsdozenten.
Deren  Vorlesungen  sind  in  der  Regel  nicht  nur  für  die  studierenden
Landwirte,  sondern  auch  für  sonstige  Studierende  bestimmt  und  werden
von  allen  gemeinschaftlich  besucht.  Es  kommt  aber  auch  vor,  daß  jene
Dozenten  besondere,  speziell  für  Landwirte  berechnete  Vorlesungen
halten,  so  z.  B.  über  Insektenkunde,  TPflanzenkrankheiten.  Ein  Mitglied
  der  juristischen  Fakultät  pflegt  regelmäßig  über  Landwirtschaftsrecht
  und  Landeskulturgesetzgebung  zu  lesen.  Die  hier
aufgezählten  Fächer  gehören,  wie  später  nachzuweisen  sein  wird,  mit
wenigen  Ausnahmen  zu  den  obligatorischen  für  diejenigen,  welche
sich  der  landwirtschaftlichen  Staats-  oder  der  Abgangsprüfung  unterwerfen
  wollen.

Selbstverständlich  bleibt  es  den  Studierenden  der  Landwirtschaft
unbenommen,  auch  Vorlesungen  über  andere  hier  nicht  genannte,
aber  an  der  Universität  vertretene  Fächer  zu  hören.  Hiervon  wird
nicht  ganz  selten  Gebrauch  gemacht.  Besonders  gilt  dies  von  den
Vorlesungen  über  Geschichte  und  deutsche  Literatur,  in  geringerem
Grade  auch  für  solche  über  Staatswirtschaftsichre  und  Philosophie.

Die  landwirtschaftlichen  Universitätsinstitute  sind  mit  den  mannigfaltigsten,
  dem  Untgrricht  und  der  Forschung  dienenden  sachlichen
Hilfsmitteln  ausgestattet.  Je  nach  dem  speziellen  Zweck,  welchem
diese  zu  dienen  bestimmt  sind,  lassen  sie  sich  in  verschiedene
Gruppen  gliedern.  Manche  der  letzteren  sind  so  umfangreich,  dafs
sie  gewissermaßen  cin  eigenes,  mehr  oder  minder  selbständiges
Institut  darstellen.  Häufig  führen  sie  auch  amtlich  die  Bezeichnunsr
„Institut  und  dementsprechend  ihre  Vorsteher  den  Titel  „Direktor“
oder  „Dirigent“.  Die  hauptsächlichsten,  für  den  landwirtschaftlichen
Unterricht  bestimmten  sachlichen  Einrichtungen  bezw.  Institute  sind
folgende,