Die  Königlich  Preußische  Friedrich-Wilhelims-Universität  zu  Berlin.  319

De  Wette  und  Marheinecke  genannt,  von  den  Juristen,  unter
denen  Savigny  die  erste  Stelle  einnahm,  noch  K.  F.  Eichhorn,  der
schon  1817  nach  Göttingen  übersicdelte,  1832  allerdings  nach  Berlin
zurückkehrte,  aber  hier  nur  noch  zwei  Jahre  als  L.ehrer  wirkte.  Unter
den  Medizinern  war  IHHufeland  (7  1834)  der  namhafteste,  den  Gocthe
1798  so  ungern  als  königlichen  L.eibarzt  von  Jena  nach  Berlin  hatte
ziehen  schen.  Der  Chirurg  Graefe  (später  geadelt)  vertrat  anfangs
auch  das  Fach  der  Geburtshilfe.  Von  den  ersten  Professoren  der
philosophischen  Fakultät  verdient  neben  dem  großen  Altertumsforscher
  A.  Boeckh  (7  1867)  der  Philologe  Immanuel  Bekker
(r  1871)  besondere  Hervorhebung.  Niebuhr  und  F.  A.  Wolf
kündigten  nicht  als  Professoren,  sondern  als  Mitglieder  der  Akademie
Vorlesungen  an.  Schleiermacher  hielt  in  dieser  Eigenschaft  auch
philosophische  Vorlesungen.  Fichte,  der  in  der  Geschichte  der
Philosophie  seinen  Platz  neben  Kant  und  Hegel  behauptet,  wurde
schon  1814  durch  das  Hospitalfieber  hingerafft.  Die  Staatswissenschaften
  vertrat  J.  G.  Hoffmann.  Von  den  Naturforschern  haben
der  Chemiker  Klaproth,  der  Mineraloge  und  Krystallograph  Weiß,
der  Zoologe  Lichtenstein,  der  Botaniker  Willdenow  geachtete
Namen.

Aus  der  Reihe  der  Nachfolger  dieser  ersten  Gruppe  kann  hier
nur  —  mit  Ausschluß  der  I.cbenden  —  eine  Anzahl  der  bedeutendsten
hervorgehoben  werden.  So  unter  den  Theologen  Neander,
Twesten,  Nitzsch,  Dorner,  Steinmeyer  und  als  Vertreter  der
strengsten  Orthodoxie  Hengstenberg.  Der  ausgezeichnete  Romanist
  Göschen,  erster  Hlerausgeber  des  Gajus  in  Verbindung  mit
J.  Bekker  und  Bethmann-Hollweg,  gehörte  der  Berliner  Universität
  von  1811  (anfangs  als  Extraordinarius)  bis  1822  an.  Ferner
seien  aus  der  juristischen  Fakultät  genannt  E.  Gans,  der  Schüler
Hegels,  der  Germanist  Homeyer,  der  Völkerrechtsichrer  Heffter,
der  Romanist  Puchta,  Stahl  als  Vertreter  einer  hochkonservativen
Richtung,  der  Germanist  K.  G.  Bescler,  Rudolf  Gneist,  vor  allem
hervorragend  auf  dem  Gebiete  des  Verwaltungsrechts,  die  Romanisten
Bruns  und  Eck,  der  Kirchenrechtsichrer  Hıinschius,  IL.  Goldschmidt,
  einer  der  bedeutendsten  Vertreter  des  Handelsrechts.

Unter  den  Klinikern  für  innere  Medizin  hatten  Schönlein  (in
Berlin  von  1839—1859),  Frerichs  und  Traube  großen  Ruf,  als
Chirurgen  Dieffenbach,  Langenbeck,  v.  Bardeleben.  Die
Gynäkologie  als  selbständiges  Fach  vertrat  zuerst  E.  von  Siebold.
Unter  seinen  Nächfolgern  sind  Busch,  Martin,  K.  Schröder  zu