ANHANG.

1.  Das  Seminar  für  Orientalische  Sprachen.

Das  im  Oktober  1887  eröffnete  Seminar  für  Orientalische  Sprachen
ist  der  Universität  Berlin  angegliedert,  verfolgt  aber  wesentlich  andere
Zwecke  als  cine  Universität,  und  zwar  lediglich  praktische.  Die  Anstalt
soll  junge  Männer  im  Gebrauche  fremder  Sprachen  ausbilden  für
Stellen  im  Dienste  des  Staates  und  der  Nation,  wo  solche  Kenntnis
nützlich  und  notwendig  ist.  Ilier  kommt  zunächst  der  Dienst  bei  den
Vertretungsbehörden  des  Deutschen  Reiches,  den  Konsulaten  und
Gesandtschaften  in  asiatischen  und  afrikanischen  Ländern  sowie  der
Dienst  in  der  Schutztruppe  und  in  den  Verwaltungsbehörden  der
Kolonien  in  Betracht,  und  durch  die  Verbreitung  dieser  Behörden  ist
die  Ausdehnung  des  Unterrichts  am  Seminar  bestimmt.  Ostasien  ist
durch  zwei  Sprachen,  das  Chinesische  und  Japanische,  Westasien
durch  drei  Sprachen,  das  Arabische,  Persische  und  Türkische  vertreten,
  und  da  bei  der  gewaltigen  Verbreitung  des  Arabischen  über
viele  Völker  und  Länder  die  Sprache  in  eine  Anzahl  zum  Teil
stark  von  einander  abweichender  Dialekte  gespaltet  ist,  ist  Fürsorge
getroffen,  daß  die  wichtigsten  derselben,  wie  die  Dialekte  von  Marokko,
Agypten,  Syrien  und  Ostafrika  durch  besondere  Dozenten  vertreten
sind.  \on  den  südasiatischen  Sprachen  wird  nur  das  Guzerati,  die
Volkssprache  des  nordwestlichen  Indiens,  gelehrt,  weil  Tausende  von
indischen,  aus  jener  Gegend  gebürtigen  Kaufleuten  in  Deutsch-Ostafrika
  leben  und  daher  die  Kenntnis  ihrer  Sprache  eine  gewisse
Bedeutung  für  einige  Zweige  der  Kolonialvenvaltung  hat.  Von  den
eigentlich  afrikanischen  Sprachen  sind  zwei  regelmäßig  im  L.ehrprogramm
  der  Anstalt  vertreten,  das  Suahch,  das  an  den  Küsten  des
Indischen  Ozeans  und  landemwärts  bis  in  die  Region  der  großen
Scen  verbreitet  ist,  und  das  Haussa,  das  von  dem  Gebiete  nördlich