3]  Die  einzelnen  Universitäten.

2.  Andere  wissenschaftliche  Anstalten.

Von  den  sonstigen  wissenschaftlichen  Anstalten  in  Berlin  und
der  nächsten  Umgegend,  die  gänzlich  unabhängig  von  der  Universität
bestehen,  aber  doch  nähere  innere  Beziehungen  zu  ihr  haben,  sind
noch  folgende  anzuführen.

1.  Die  Königliche  Akademie  der  Wissenschaften,  ım
Jahre  1700  gegründet,  besteht  aus  einer  physikalisch-mathematischen
und  einer  philosophisch-historischen  Klasse.  Die  Zahl  der  ordentlichen
Mitglieder  beträgt  in  ganzen  (U;  außerdem  gehören  zur  Akademie
zwanzig  auswärtige,  für  beide  Klassen  höchstens  je  100  korrespondierende
  Mitglieder  und  eine  Anzahl  Ehrenmitglieder.  Die  ordentlichen
  Mitglieder  sind  zum  weitaus  größten  Teil  Professoren  an  der
Universität,  sie  haben  aber  auch  in  ihrer  Kigenschaft  als  Akademiker
nach  $  18  der  Statuten  die  Befugnis,  bei  der  Berliner  sowohl  wie  bei
jeder  anderen  Universität  Vorlesungen  zu  halten.  Für  je  zwei  ordentliche
  Mitglieder  jeder  Klasse  sind  neben  dem  Jahresbetrag  von  WU  M.,
den  sic  als  Akademiker  beziehen,  besondere  Gehälter  ausgesetzt,  und
außerdem  kann  die  Akademie  aus  den  ihr  dazu  gewährten  Fonds
ordentlichen  Mitgliedern  ein  besonderes  persönliches  Gehalt  auf  die
Dauer  ihrer  Eigenschaft  als  ordentliche  Mitglieder  (die  mit  dem  Wegziehen
  von  Berlin  aufhört)  oder  auf  eine  anderweit  zu  bestimmende
Zeitdauer  bewilligen.  Die  Wahl  der  ordentlichen,  auswärtigen  und
Ehrenmitglieder  bedarf  der  Königlichen  Bestätigung.  Der  Ausgabe-Etat
  der  Akademie  für  1903  beträgt  281  144  M.,  von  welcher  Summe
263655  M.  durch  Staatszuschuß  gedeckt  werden.

2.  Die  Königliche  Bibliothek,  in  ihrem  Anfange  bis  1661  zurückreichend,
  hat  rund  1  2WWO0W  Bände  und  30000  Handschriften.
Sie  steht  unter  der  obersten  L.citung  eines  Generaldircktors,  dem
4  Abteilungsdirektoren  untergeordnet  sind.  Außerdem  sind  48
wissenschaftliche  Beamte  als  Oberbibliothekare,  Bibliothekare  oder
Hilfsbibliothekare  nebst  2  Assistenten  tätig.  Die  Ausgaben  betrugen
nach  dem  Etat  von  1903  für  Besoldungen,  Wohnungsgeldzuschuß  und
andere  persönliche  Ausgaben  363  180  M.,  für  Bücher  und  FEinbände
146.400  M.,  für  sonstige  sächliche  Ausgaben  56.324  M.,

3.  Das  Institut  für  Infektionskrankheiten,  1891  gegründet.
Es  steht  unter  der  Leitung  eines  Direktors  (R.  Koch)  und  zerfällt  in
vier  Abteilungen:  cine  Krankenabteilung,  eine  wissenschaftliche  Abteilung,
  cine  Abteilung  für  besonders  gefährliche  Krankheiten  und