338  Die  einzelnen  Universitäten,

Hermes,  Urheber  einer  Theorie  der  Erkenntnisprinzipien  der  katholischen
  Theologie,  die  in  Rom  nicht  gebilligt  wurde,  aber  eine  Zeitlang
  zahlreiche  Anhänger  hatte  —  die  sogenannten  Hermesianer  —
zu  denen  auch  später  noch  die  Bonner  Professoren  Braun  und  Achterfeld
  gehörten,  die  aber  keine  Vorlesungen  mehr  hielten.

Von  den  Juristen  der  ersten  Periode  sind  zu  nennen:  Mittermaier,
  Welcker,  Mackeldey,  Walter,  von  den  Medizinern  Nasse,
v.  Walther  und  der  gelehrte  aber  naturphilosophisch  beeinflußte
HNarleß.  In  der  philosophischen  Fakultät  finden  wir  als  bedeutenden
Vertreter  der  Altertumswissenschaft  F.  G.  Welcker;  E.  M.  Arndt
als  Professor  der  Geschichte,  der  aber  bald  von  seinem  Lehramt
suspendiert  wurde  und  erst  unter  Friedrich  Wilhelm  IV.  seine  Tätigkeit
  wieder  aufnehmen  konnte;  A.  W.  von  Schlegel,  der  als  „Professor
  litterarum  elegantium“  über  schr  verschiedenartige  Dinge  las,
aber  als  Begründer  der  deutschen  Sanskritphilologie  sich  hervorragende
  wissenschaftliche  Verdienste  erwarb;  G.  W.  Freytag,  der
die  gleiche  Bedeutung  für  die  arabische  Philologie  in  Deutschland
besitzt;  Hüllmann  als  Historiker,  der  auch  Vorlesungen  über  Staats-Ichre
  hielt.  Die  Volkswirtschaftsichre  war  noch  garnicht  speziell  vertreten,
  aber  der  Professor  der  land-  und  Forstwirtschaft  Sturm  las
auch  über  „Finanz-  und  Staatswirtschaft“.  Von  den  Vertretern  der
Naturwissenschaften  verdienen  besondere  Erwähnung  der  Chemiker
Gust.  Bischof,  dessen  später  erschienenes  Handbuch  der  chemischen
und  physikalischen  Geologie  grundlegende  Bedeutung  hatte,  der
Geologe  und  Mineraloge  Nöggerath,  der  Botaniker  Necs  von  Esenbeck,
  der  Zoologe  Goldfuß.  In  freier  Stellung  hielt  Niebuhr
(1823—1832)  geschichtliche  Vorlesungen.

Aus  der  großen  Reihe  der  Gelehrten  und  Forscher,  die  später
in  Bonn  gewirkt  haben,  kann  hier  —  mit  Ausschlußs  der  Lebenden
—  nur  eine  Anzahl  der  namhaftesten  Erwähnung  finden.  In  der
evangelisch  -theologischen  Fakultät  Ichrten  u.  a.  J.  P.  Lange,
Bleck,  Steinmeyer,  Christlieb,  A.  Ritschl  (als  Extraordinarius
bis  18063).  Aus  der  katholisch  -theologischen  Fakultät  sind
zu  nennen:  Dieringer,  Floß,  K.  Martin,  später  als  Bischof
von  Paderborn  bekannt  geworden,  Simar,  als  Erzbischof
von  Cöln  gestorben.  Die  Professoren  Reusch  und  L.angen
schlossen  sich  der  altkatholischen  Bewegung  an.  Unter  den  Juristen
war  Böcking  hervorragend  als  Romanist  und  auch  Bluhnie,
Hälschner,  Stintzing,  v.  Meibom,  Endemann  waren  angesehene
Gelehrte.  In  der  meilizinischen  Fakultät  zeichnete  sich  Max  Schultze