340  Die  einzelnen  Universitäten,

Mineraloge  v.  L.asaulx,  der  Geologe  vom  Rath,  der  Botaniker
Schacht,  der  Zoologe  Troschel  erwähnt.

Die  Ausstattung  und  Einrichtung  der  Universität,  die,  wie  oben
bemerkt,  für  den  Anfang,  aber  eben  nur  für  den  Anfang  genügte,
mußte  im  Laufe  der  Zeit  mehr  und  mehr  erweitert  und  vervollständigt
  werden.  Ursprünglich  waren  alle  Institute  mit  Ausnahme
der  in  Poppelsdorf  untergebrachten  naturhistorischen  Sammlungen
in  dem  Bonner  Schloßgebäude  vereinigt,  so  namentlich  auch  die
Anatomie  in  dem  östlichen  später  von  dem  katholisch-theologischen
  Konvikt  -  eingenommenen)  Flügel  und  die  sämtlichen
Kliniken  in  dem  westlichen  Flügel  und  zweiten  Stockwerk  des
Mittelbaues  —  letztere  in  einer  nach  den  heutigen  Begriffen
gänzlich  unerträglichen  hygienischen  Verfassung.  Für  die  Anatomie
  mußte  schon  nach  einigen  Jahren  cin  Neubau  errichtet
werden,  der  aber  später  sich  ebenfalls  als  unzulänglich  erwies
und  jetzt  nach  einer  bedeutenden  Erweiterung  die  akademische
Kunstsammlung  aufgenommen  hat.  Zahlreiche  andere  Neubauten
sind  hinzugekommen,  und  so  ist  die  Universität  dank  der  Aufwendung
bedeutender  Staatsmittel  jetzt  imstande,  den  hochgesteigerten  Anforderungen
  des  modernen  wissenschäftlichen  Betriebs  auch  bei  der
außerordentlichen  Zunahme  ihrer  Frequenz  zu  genügen.  Nicht
zum  wenigsten  aber  verdankt  sie  ihr  Wachstum  der  besonderen
Huld,  die  ihr  «das  Herrscherhaus  zugewandt  hat:  Kaiser  Friedrich  II.
und  Kaiser  Wilhelm  H.  haben,  wie  in  Jüngster  Zeit  auch  der  Kronprinz,
  ihre  Studien  in  Bonn  gemacht  und  dadurch  den  Anlaß  gegeben,
  daß  auch  viele  andere  fürstliche  Studierende  sich  der  schönen
Rheinstadt  zugewandt  haben  und  deren  Anziehungskraft  auch  in
weiteren  Kreisen  verstärkt  wurde.  \W.  Lexis.

2.  Gegenwärtiger  Zustand.  Sommer  1%.

Die  evangelisch-theologische  Fakultät  zählt  gegenwärtig
10  ordentliche*),  1  außerordentlichen  Professor,  3  Privatdozenten.  Es
besteht  ein  theologisches  Seminar  seit  W.-S.  1819  mit  einer  Dotation
von  400  M.,  ein  homiletisch-katechetisches  Seminar  seit  1822  und  ein
theologisches  Stift  seit  W.-S.  1854  mit  einer  sachlichen  Dotation  von
2225  M.  oder  4375  M.  mit  den  persönlichen  Ausgaben  in  eigenem
Gebäude.

*)  Kamphansen,  Sieflert,  Grafe,  König,  Sachse,  Sell,  Gochel,  Ritschl,  Ecke,
Meinhold.