354  Die  einzelnen  Universitäten.

Die  juristische  Fakultät  verfügt  über  7  Ordinarien*),  1  ord.
Honorarprofessor,  2  Extraordinarien,  5  Privatdozenten.  Das  juristische
Seminar  ist  1872  eröffnet  worden.

Die  medizinische  Fakultät  zählt  10  Ordinarien  (1  emeritiert)**),
14  Extraordinarien,  31  Privatdozenten  und  2  Lehrer  der  Zahnheilkunde.


Von  Instituten  der  medizinischen  Fakultät  bestand  zur  Zeit  der
Errichtung  der  Universität  in  Breslau  hier  u.  a.  eine  Chirurgenschule
mit  einem  anatomischen  Theater.  Zunächst  erfuhr  letzteres  eine  Erweiterung.
  1833—35  wurde  cin  neues  Anatomiegebäude  eingerichtet,
1898  auch  dieses  durch  den  jetzt  in  Benutzung  stehenden  Neubau
abgelöst.

Das  physiologische  Institut  der  Universität  Breslau  nimmt  in  der
Geschichte  der  Physiologie  eine  bemerkenswerte  Stellung  deshalb  ein,
weil  es  die  älteste  physiologische  Anstalt  Deutschlands  ist.  1838  begründet,
  erhielt  es  1855  befriedigendere  Räume  angewiesen,  18%
wurde  der  gegenwärtig  in  Verwendung  stehende  Neubau  bezogen.

Das  pathologisch-anatomische  Institut  ist  1869  begründet,  1974
erhielt  es  ein  für  seine  Zwecke  errichtcetes  besonderes  Gebäude,  das  noch
heute  als  Nebenanstalt  in  Benützung  steht,  während  ein  ncucs,  weit
umfangreicheres  Institut  auf  dem  für  die  „medizinische  Stadt“  erworbenen
  Gelände  1892  cröffnet  wurde.

Die  Gründung  eines  hygienischen  Instituts  fällt  in  das  Jahr  1887.
1890/91  erfolgte  seine  Verlegung  aus  provisorischen  Räunien  in
reichlichere  und  besser  geeignete,  1899  bezog  cs  das  auch  ihm  neu
errichtete  Gebäude.

Das  pharmakologische  Institut  wurde  1886  gegründet  und  crhielt
  1898  sein  gegrenwärtiges  Heim  inmitten  der  Kliniken.

1811  wurde  die  medizinische  Klinik  in  einer  kleinen  Abteilung
des  Allerheiligen-Hospitals  cröffnet,  um  alsbald  ein  ihr  daselbst  errichtetes
  Gebäude  zu  beziehen.  1892  erfolgte  die  Übersiedelung  in
den  ihr  gewidmeten  modernen  Neubau.  (Die  Einnahmen  erreichten
192/03  50443  M.)

Eine  medizinische  Poliklinik  bestand  zunächst  von  18%W—1892,
nach  zehnjähriger  Unterbrechung,  1902  lebte  sie  wieder  auf.  Die
Stadt  Breslau  gewährt  ihr  eine  Jahressubvention  von  4000  M.

*)  Dahn,  Brie,  Leonhard,  Fischer,  Jörs,  Gretener,  Beyerle.
**)  Fischer,  Hlasse,  Ponfick,  v.  Mikulicz-Radecki,  Flügge,  Filehne,  Küstner,  Uhthuf,
Wernicke,  Hürthle.