Die  Königliche  Universität  Breslau.  355

Fine  chirurgische  Klinik  wurde  als  chirurgisch-augenärztliche
Klinik  1614  eröffnet.  1847  erfolgte  cinc  erste,  1855  cine  zweite
Übersiedelung,  1891  die  Fertigstellung  der  jetzt  benützten  neuen  Klinik.
1896  erfolgte  eine  erste,  1902  eine  zweite  Erweiterung  derselben.
(Die  eigenen  Einnahmen  der  Klinik  betrugen  ini  letzten  Jahre
72504  M.)

Eine  besondere  staatliche  Universitäts-Augenklinik  existiert  seit
1876.  Dieselbe  wurde  damals  neu  erbaut,  18%  wurde  eine  abermals
neuc  Augenklinik  bezogen,  welche  allen  modernen  Anforderungen
entspricht.  (Der  Etat  der  Klinik  ist  40  0%W  M.)

Die  Frauenklinik  besteht  seit  Gründung  der  Universität;  zuerst
vereinigt  mit  der  Hebaninienlehranstalt.  1847  schied  sie  aus  den
Räumen  der  letzteren  aus,  1901  hat  sie  ein  selbständiges  neues
Gebäude  bezogen.  (Der  Etat  der  Klinik  betrug  1803  etwas  über
80000  M.)

Eine  Universitätsklinik  und  -Poliklinik  für  Syphilis  und  Hautkrankheiten
  wurde  1877  begründet.  1892  erhielt  sie  ihre  gegenwärtige
reichliche  Ausstattung  in  dem  ihr  gewidmeten  Neubau.  {Die  Finnahmen
  der  Klinik  beliefen  sich  1902,03  auf  51  250  M.)

Ende  1894  erfolgte  die  Fröffnung  einer  Klinik  und  Poliklinik
für  Kinderkrankheiten,  1895  die  Verlegung  derselben  in  „definitive
Räume,  1902  bezog  auch  sie  einen  prächtigen  Neubau.  Ende  1895
wurde  eine  Poliklinik  für  Nasen-,  Ohren-  und  Kehlkopfkrankheiten
gegründet,  eine  provisorische  stationäre  Klinik  ging  1896  nach  elfmonatlichem
  Bestande  ein,  1898  wurde  die  Poliklinik  in  geeignetere
Räume  verlegt.

Die  psychiatrische  Klinik  war  bis  1888  in  einer  Krankenabteilungr
des  städt.  Allerheiligen-Hospitals,  von  da  bis  1.  April  1900  in  den
neuerbauten  städt.  Irrenhause  untergebracht,  seitdem  hat  sie  zu
existieren  aufgehört.  Eine  Poliklinik  für  Nervenkrankheiten  ist  1088
errichtet  worden,  sie  soll  später  mit  der  stabilen  Klinik  vereinigt
werden.  An  sie  schließt  sich  gegenwärtig  an  besonderem  Orte  ein
psychiatrisches  I.aboratorium,  doch  soll  ei®  Neubau  der  Klinik  bis
1906  fertier  sein.  (Die  Dotation  für  die  Poliklinik  beträgt  1095  M.,
die  für  das  Laboratorium  1000  M.,  dazu  als  Ausgaben  für  3  Assistenten
  00  M.)

Das  zahnärztliche  Institut  der  Universität  ist  die  private  Gründung
  des  Privatdozenten  Dr.  Bruck  (1871—1895)  aus  dem  Jahre  1872
und  wurde  1890  vom  Staate  übernommen.  Die  jährlichen  Einnahmen
belaufen  sich  auf  10  bis  12000  M.)

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