Die  Königliche  Universität  Breslau.  357

wurde  1843  begründet  und  in  den  70er  Jahren  in  cine  Abteilung  für
alte  und  eine  solche  für  mittlere  und  neuere  Geschichte  zerlegt.  Die
erste  Abteilung  erhält  aus  der  Jahresdotation  von  600  M.  200,  die
andere  400  M.

Die  Kunstgeschichte  hat  1  Ordinarius  und  1  Privatdozenten.
Das  kunsthistorische  Seminar  bildet  einen  Bestandteil  des  Instituts
für  mittelalterliche  und  neue  Kunstgeschichte.  Es  geht  in  seiner
heutigen  Gestalt  auf  Schmarsow  (1885—  1892)  zurück.*)

Die  Staatswissenschaft  (d.  h.  die  Nationalökonomie)  wird  von
einem  Ordinarius,  2?  Extraordinarien  und  einen  Privatdozenten  verschen,
  die  Geographie  von  einem  Ordinarius  und  einem  Privatdozenten.
Das  staatswissenschaftlich-statistische  Seminar  ist  180  gegründet,  das
geographische  1875.

Die  Mathematik  wird  von  2  Ordinarien,  einem  Extraordinarius
(daneben  I  Extraordinarius  für  mathematische  Physik),  einem  Privatdozenten,
  die  Astronomie  von  einen  Ordinarius  gelehrt.  Es  besteht
ein  mathematisch-physikalisches  Seminar,  gegründet  1863.  Als  Sternwarte
  dient  seit  1790  der  auf  dem  Universitätsgebäude  errichtete
Turm  sowie  seit  1897  ein  in  der  Nähe  der  Universität  provisorisch
errichtetes  Häuschen.

Die  Physik  ist  durch  einen  Ordinarius  vertreten.  Ein  „physikalisches
  Kabinett“  existiert  seit  1849,  1866  erfolgte  der  Umzug  des
physikalischen  Instituts  ins  Institutengebäude.  Seit  1900  verfügt  die
Universität  über  cinen  hervorragenden  Neubau  als  Heimstatt  desselben.


Die  Chemie  zählt  einen  Ordinarius,  einen  Extraordinarius  (Vertreter
  der  physikalischen  Chemie)  und  2  Privatdozenten.  Das
chemische  Institut  wurde,  nach  einem  Plane  Rob.  Bunsens  gebaut,
1853  eröffnet.  Ende  der  50cr  Jahre  wurde  zwecks  Vergrößerung  cin
Umbau  vorgenommen,  ein  weiterer  erfolgte  1897,  wobei  das  Institut
eine  Vergrößerung  um  mehr  als  das  Doppelte  erfuhr.

Die  Pharmazie  zählt  einen  Ordinarius.  Das  bestehende  pharma-*),

  Als  „Kunstinsttut“  der  Universität  ist  auch  das  Institut  für  Kirchenmusik
zu  erwähnen,  dessen  Gründung  dem  Jahre  1815  angehört  und  das  seitdem  1891  reurganisiert
  worden  ist.  An  ihm  wird  regelmäßiger  Unterricht  durch  Vorlesungen  und  Übungen
in  der  Jlarmonielehre,  im  Orgelspiel  und  musikgeschichtlichen  Dingen  erteilt.  Zwei
Chöre,  ein  evangelischer  und  ein  katholischer,  werden  an  ihn  ausgebildet.  Seit  1833,  wo
die  Stelle  eines  Direktors  für  das  Institut  geschaflen  wurde,  haben  diese  Stelle  6  ınal
Professoren  der  philosophischen  Fakultät,  einmal  ein  Professor  der  medizinischen  Fakultät
eingenommen.