350  Die  einzelnen  Universitäten.

zeutische  Institut  ist  1859  aus  der  bis  dahin  für  Lehrzwecke  verwendeten
  Universitätsapotheke  erwachsen  und  hat  1868  neue  anschnliche
  Räume  im  Institutengebäude,  die  es  jetzt  noch  inne  hat,  bezogen.
Es  zerfällt  in  cine  chemische  und  eine  pharmakognostische  Abteilung,
letztere  unter  Mitdircktion  des  Botanikers.

Mineralogie  und  Geologie  haben  je  I  Ordinarius  und  je  2  Privatdozenten.
  Ein  mineralogisches  Museum  wurde  bei  Gründung  der
Universität  ins  I.cben  gerufen,  1866  wurde  dasselbe  in  das  Institutengrcbäude
  verlegt.  Die  jährliche  feste  Dotation  des  mineralogischen
Instituts  beträgt  2220  M.  Die  Trennung  der  Lehraufträge  für  Mineralogie
  einerseits,  Geologie  und  Paläontologie  andererseits  brachte
102  die  Abzweigung  eines  geologisch-paläontologrischen  Instituts  vom
mincralogischen  mit  sich.

Die  Zoologie  und  vergleichende  Anatomie  hat  I  Ordinarius  und
2  Privatdozenten,  ein  zoologisches  Museum  besteht  seit  1820.  1902
hat  der  Neubau  eines  Gebäudes  für  dasselbe  begonnen.

Die  Botanik  und  Pflanzenphysiologie  hat  2  Ordinarien  und
2  Privatdozenten.  Fin  botanischer  Garten  wurde  1811  angelegt.
Schon  1843  war  die  Zahl  der  kultivierten  Arten  10000.  Durch
Göppert  (1851.-B4)  erfuhr  er  eine  wesentliche  Umgestaltung.  1888
wurde  auf  seinem  Terrain  auch  ein  botanisches  Museum  errichtet.
Die  Gründung  des  pflanzen-physiologischen  Instituts  fällt  in  das  Jahr
1866;  in  seiner  gegenwärtigen  Gestalt,  zugleich  in  Verbindung  mit
dem  botanischen  Museuni,  besteht  er  seit  188BB.

Die  Landwirtschaft  hat  3  Ordinarien  und  ?  Extraordinarien,
daneben  die  landwirtschäftliche  Technologie  1  Extraordinarius.  1898
wurde  das  bis  dahin  bestandene  landwirtschaftliche  Institut  als  solches
aufgelöst.  An  seine  Stelle  traten  drei  selbständige  Spezialinstitute,
jenes  für  landwirtschaftliche  Pflanzenproduktionslehre,  für  landwirtschaftliche
  Tierproduktionsichre  und  Veterinärkunde  und  der  kulturtechnische
  Apparat.  Schon  1890  war  das  tier-  und  agrikultur-chemische
l.aboratorium  cröffnet  worden,  1898  wurde  es  in  cin  agrikulturchemisches
  und  bakteriologisches  umgewandelt.  Auch  das  Versuchsfeld
  ist  als  ein  hervorragendes  L.chrmittel  hier  zu  erwähnen.

Eine  Sonderstellung  beansprucht  das  landwirtschaftlich-technologische
  Institut  (errichtet  1881)  als  Pflegestätte  der  gesamten
chemischen  Technologie,  von  der  die  landwirtschaftliche  einen  Teil
darstellt.  Kin  Neubau  dieses  Instituts  ist  in  Verbindung  mit  der  für
Breslau  beschlossenen  technischen  Hochschule  in  Aussicht  genommen.