Die  Königl.  Preußische  Georg-  August-Universität  in  Göttingen.  9

Kliniken  errichteten  stattlichen  Neubau  übergresiedelt.  Es  erhält  aus
der  Universitätskasse  nach  dem  Ftat  von  1903  8486  M.  Zwei
‚Assistenten.

Das  Institut  für  medizinische  Chemie  und  Hygiene  wurde
im  Anschluß  an  die  Hrrichtung  einer  Professur  für  Hygiene  im
Jahre  1883  errichtet  und  1891  in  das  freigewordene  Eirnst-August-Hospital
  verlegt.  Jährliche  Dotation  6860  M.  Kin  Assistent.

Ein  klinisches  IHlospital  wurde  in  Göttingen  erst  im  Jahre  1781
in  schr  bescheidener  Gestalt  eröffnet.  Dagegen  erregte  die  1791
vollendete  gynäkologische  Klinik  durch  ihre  Größe  und  Bauart  in
sanz  Deutschland  Aufschen.  Im  Jahre  1809  wurde  die  medizinische
Klinik  in  ein  gecigneteres  Haus  verlegt  und  der  Klinik  für
Chirurgie  und  .\ugenkrankheiten  ein  besonderes  Gebäude  anvewiesen.
  Nach  der  Vollendung  des  Ernst-August-Iospitals  (1850)
wurden  beide  Kliniken  in  diesem  wieder  vereinigt.  Nachdent  sich
aber  immer  dringender  die  Notwendigkeit  von  Neubauten  herausgestellt
  hatte,  wurden  diese  im  Jahre  1887  in  großem  Maßstabe
unternommen,  so  dafs  mit  Einschlußs  des  pathologischen  Instituts,  des
Venvaltungsgebäudes,  des  Ökonomiegebäudes  und  des  Maschinenhauses
  ein  ganzer  klinischer  Stadtteil  entstand.  Zuerst  konnte  (1889)
die  chirurgische  Klinik  ihr  neues  IHeim  beziehen,  dann  folgte  (1891)
die  medizinische  Klinik  —  in  einem  ganz  selbständigen  Gebäude.
Der  Bau  der  neuen  Frauenklinik  folgte  etwas  später  und  wurde
1896  vollendet.

Die  Einnahmen  der  drei  vereinigten  Kliniken  sind  für  1903  auf
302563  M.  veranschlagt,  davon  163405  M.  Zuschuß  aus  der
Universitätskasse.  Fin  Oberarzt  und  12  Assistenzärzte.

Die  Augenklinik  blieb  vorläufg  noch  in  dem  1873  für  sie
errichteten  Gebäude  neben  dem  Ernst-August-Hospital,  cs  ist  aber
jetzt  auch  für  sie  cin  Neubau  im  Anschluß  an  die  übrigen  klinischen
Anstalten  bewilligt.  Fin  besonderes  Extraordinariat  für  Augenheilkunde
  wurde  1868  «egründet  und  1873  zu  emem  Ördinariat  erhoben.
  Jährliche  Einnahme  48580  M.  mit  Einschluß  eines  Zuschusses
von  17261  M.  aus  der  Universitätskasse.  Vier  Assistenten.

Für  Ohren-  und  Nasenkrankheiten  besteht‘  nur  eime  Poliklinik
  unter  der  Leitung  eines  außerordentlichen  Professors,  die  mit
jährlich  2400  M.  dotiert  ist.

Die  psychiatrische  Klinik  ist  mit  der  1866  eröffneten
Provinzialirrenanstalt  verbunden,  deren  Dircktor  zugleich  eine  ordentliche
  Professur  an  der  Universität  inne  hat.  Im  Jahre  1901  wurde  in

Das  Unterrichtswuesen  im  Deutschen  Reich,  1.  24