370  Die  einzelnen  Universitäten.

der  Stadt  in  einem  gemieteten  lokal  auch  cine  Poliklinik  für  Nervenkranke
  eingerichtet.  Die  Einnahmen  der  psychiatrischen  Klinik  und
Poliklinik  betragen  nach  dem  Etat  von  1903  5070  M.  Zwei  Assistenzärzte.


Das  zahnärztliche  Institut  ist  mit  1500  M.  jährlich  dotiert.

Schon  im  Jahre  1816  wurde  cin  Institut  für  Tierarzneikunde
  gegründet,  das  1821  seine  jetzigen  J.okalitäten  erhielt.  Der
Dircktor  gehörte  früher  der  philosophischen  Fakultät  an,  wurde  aber
1890  zum  ordentlichen  Honorarprofessor  an  der  medizinischen  Fakultät
ernannt.  Die  jährlichen  Einnahmen  des  Instituts  sind  für  I%03  auf
7064  M.  veranschlagt.

IV.  Die  philosophische  Fakultät  zählt  wegen  der  großen
Ausdehnung  ihres  Lehrgebiets  weit  mehr  Lehrkräfte,  als  die  übrigen
Fakultäten  zusammengenommen.  Im  Sommer  1903  gehörten  zu  ıhr
39  Ordinarien,  2  ordentliche  Honorarprofessoren,  17  außerordentliche
Professoren,  20  Privatdozenten,  2  I.cktoren.  Als  Fachgruppen  kann
man  folsende  unterscheiden:

f.  Die  Philosophie  ist  vertreten  durch  zwei  Ordinarien*),  zwei
Extraordinarien  und  zwei  Privatdozenten.  Es  besteht  seit  1887  ein
philosophisches  Seminar,  in  dem  auch  Übungen  in  der  Fxperimentalpsychologie
  stattfinden.  Seine  Dotation  beträgt  mit  Einschluß
  der  Remuneration  eines  Assistenten  1A  M.

2.  Faßt  man  lateinische  und  griechische  Philologie,  Archäologie,
alte  Geschichte,  lateinische  Paläographie  und  mittelalterliches  Latein
als  eine  Gruppe  zusammen,  so  gehören  dieser  an  fünf  Ordinarien**,,
ein  ordentlicher  Honorarprofessor  und  zwei  Privatdozenten.

Das  philologische  Seminar,  die  älteste  Anstalt  dieser  Art,
wurde  schon  in  den  ersten  Jahren  der  Universität  von  Gesner  gegründet.
  Es  steht  unter  der  Leitung  von  zwei  Direktoren,  denen
ein  Assistent  beigegeben  ist.  Für  die  Anfänger  ist  ihm  ein  Proseminar
  angeschlossen.  Die  früher  bestehenden  Stipendien  für  die
ordentlichen  Mitglieder  des  Seminars  sind  seit  1890  abgeschafft  und
die  dadurch  frei  gewordenen  Mittel  dienen  größtenteils  zur  vermehrten
  Anschaffung  von  Büchern.  Jahresdotation  1800  M.

Die  Anfänge  einer  archäologisch-numismatischen  Sammlung
gchen  schon  auf  Heyne  und  das  Jahr  1767  zurück.  Fin  archäologisches
  Seminar  wurde  daneben  1856  gegründet.  Mit  ihm  steht

*)  Baumann,  G,  F.  Müller,  —  **)  Leo,  Schwartz,  Dilthey,  Busolt,  W.  Meyer.