Die  Königl.  Preußische  Georg-August-Universität  in.  Göttingen.  473

die  seit  16897  mit  dankenswerter  Unterstützung  seitens  einer  Vereinigung
  großer  Industrieller  cin  wohlausgestattetes  Maschinenlaboratorium
  geschaffen  worden  ist;  4.  einer  Abteilung  für  Geophysik,  die
IW1  ein  besonderes  neucs  Gebäude  auf  dem  Hainberge  erhalten  hat,
wo  außer  den  von  Gauß  eingeführten  erdmagnetischen  namentlich
regelmäßige  Beobachtungen  der  seismischen  Erscheinungen  und  der
atmosphärischen  Elektrizität  angestellt  wurden.  Die  jährliche  Dotation
des  physikalischen  Instituts  (mit  vier  Assistenten)  beträgt  13230  M.,
die  des  geophysikalischen  fein  Assistent)  7004  M.,  die  der  Sternwarte
‘aus  der  auch  der  größte  Teil  der  Gehälter  bezahlt  wird)  15556  M.

12.  Für  das  in  der  neuesten  Zeit  zu  immer  größerer  Bedeutung
wclangte  Fach  der  physikalischen  Chemie  besteht  seit  1805  eine
besondere  ordentliche  Professur”)  und  ein  Privatdozent  wirkt  ebenfalls
auf  diesem  Gebiet.  Ein  eigenes  physikalisch-chemisches  Institut  wurde
1896  eröffnet  und  bezieht  jährlich  &amp;  VO  M.

13.  Für  Chemie  sind  zwei  Ordinariate**,  vorhanden,  davon
eines  mit  einem  speziellen  Lehrauftrag  für  anorganische  Chemie.
Ein  außerordentlicher  Professor  vertritt  die  pharmazeutische  Chemie,
ein  dritter  die  chemische  Technologie.  Dazu  kommen  noch  fünf
Privatdozenten.  Das  chemische  }aboratorium  (mit  einem  Abteilungsvorsteher
  und  sechs  Assistenten)  hat  einen  Ausgabectat  von  30471  M.
Für  das  anorganische  chemische  Laboratorium  fein  Assistent)  sind
3  MM,  ausgesetit.

Das  agrikulturchemische  Institut  ist  mit  dem  landwirtschaftlichen
Institut  verbunden.

14.  Für  Mineralogie  und  Geologie  besteht  je  eine  ordentliche
Professur**"),  ebensu  für  Zoologiey),  für  die  auch  zwei  Privatdozenten
habilitiert  sind.  Die  Botanik  ist  durch  zwei  OrdinarienYf)  vertreten,
von  denen  der  eine  mit  der  Direktion  des  botanischen  Gartens,  der
andere  mit  L.citung  des  pflanzenphystologischen  Instituts  betraut  ist.

Das  1773  gegründete  „Akademische  Museum“  wurde  nach  dem
Tode  Blumenbachs  1840  in  vier  selbständige  Abteilungen  zerlegt.  In
dem  1877  bezogenen  und  1901  erweiterten  Neubau  befinden  sich
verenwärtig  das  zoologisch-anatomische  Institut  (12010  M.,  zwei
Assistenten),  die  ethnographische  Sammlung  (30)  M.ı,  das  mincralogisch-petrologische
  und  das  geologisch-paläontologische  Institut  (mit
bezw.  O2  M.  und  5396  M.  Jahreseinnahmen  und  je  einen  Assistenten).

*)  Nerust.  —  **%,  Wallach,  Tammann.  —  **",  Liebisch,  v.  Koenen.  —  +)  Ehlers.
—  5  Peter,  Berthold,