384  Die  einzelnen  Universitäten.

3.  Gegenwärtiger  Zustand  (Sommer  103.

I.  Die  evangelisch-theologische  Fakultät  zählt  am  Ende
des  Sommersenicesters,  wo  noch  kein  Nachfolger  eingetreten  ist  in
die  L.ücke,  welche  durch  Cremers  Tod  gerissen  wurde,  5  ordentliche*),
4  außerordentliche  Professoren  und  2  Privatdozenten.  Das  1818  beeründete
  Seminar,  verbunden  mit  dem  theologisch-praktischen  Institut,
bezieht  jährlich  771  M.  Daneben  besteht  die  kirchlich-archäologische
Sammlung  ohne  feste  Dotation.  Fin  1895  anläßlich  des  25  jährigen
Professoren-Jubiläiums  Cremers  begründetes  „evangrelisches  Studienhaus“,
  in  welchem  Studenten  der  Theologie  Wohnung  finden,  steht
mit  der  Universität  nicht  in  direktem  Zusammenhang.

2.  Der  juristischen  Fakultät  gehören  7  ordentliche  Professoren
  an?**),  dazu  ein  ordentlicher  Ilonorarprofessor,  1  YExtraordinarius
  und  1  Privatdozent.  Das  unter  Windscheid  und  Beseler
1856  entstandene  juristische  Seminar  bezieht  trotz  seines  starken
Besuches  nur  450  M.  p.  a.

3.  Die  medizinische  Fakultät  setzt  sich  zusammen  aus  11
Ordinarien***),  8  Extraordinarien,  9  Privatdozenten.

a)  Ein  „anatomisches  Theater“  war  schon  beim  Neubau  der
Universität  1747--  50  im  oberen  Stockwerk  des  Universitätsgebäudes
eingerichtet  worden  und  ist  in  diesen  wenig  geeigneten  Räunlichkeiten
  bis  zur  Erbauung  eines  besonderen  Instituts  1853/55  belassen
worden.  Das  neue  Gebäude  erfuhr  Erweiterungen  1868  und  1807/98.
Das  Institut  verfügt  über  jährlich  17681  M.  mit  Gehältern,  doch  ohne
Wohnungsgeldzuschuß.

b)  Das  physiologische  Institut  ist  formell  erst  1872  unter
lL.andois  von  der  Anatomie  getrennt  worden.  Das  derzeitige  schöne
Gebäude  entstand  1886-87,  seine  Gesamtdotation  beläuft  sich  olıne
Wohnungsgreld  auf  6613.  M.

c)  Die  pathologische  Anatomie  wurde  nach  Grohcs  Berufung
  1859  räumlich  von  der  Anatonie  geschieden,  mit  eigenen
Sammlungen  ausgestattet  und  1870  ın  das  für  sie  neu  errichtete
Institutsgebäude  gelegt.  Dotation  (ohne  Wohnungsgeldı  9381  M.

dı  Das  hygienische  Institut  ist  erst  1888  unter  Löffler  als
ein  selbständiges  Glied  der  Universität  entstanden  und  1893  in  cin

°\  Zöckler,  Victor  Schulize,  v.  Nathusius,  Haußleiter,  Otili.
**,  Bierling,  Pescatore,  Weismann,  Stoerk,  Stampe,  Frommhold,  Sartorius.
”**)  \Mosler,  Hugo  Schulz,  Grawitz,  LoöMler,  Bonner,  Schirmer,  Martin,  Strübing,
Moritz,  Friedrich,  Bleibtreu.