Die  Königl.  Preußische  Universität  Greifswald.  385

angekauftes  und  umgebautes  altes  Privathaus  verlegt  worden.  Außer
durch  Stallungen  usw.  wurde  es  1900  durch  Errichtung  eines  Pestlaboratoriums
  erweitert.  Dotation  (ohne  Wohnungsgeld)  6200  M.

ec)  Das  Universitätskrankenhaus  it  aus  dem  Landeslazarett
hervorgegangen.  Schon  von  seiner  Gründung  im  Jahre  1781  an
hatte  das  Lazarett  gleichzeitig  dem  akademischen  Unterricht  gedient.

Die  anfänglich  vorhandenen  20  Betten  wurden  1816  auf  14  reduziert.  In  deu
20er  Jahren  suchten  jährlich  nicht  ınehr  als  36—40  Kranke  Aufnahme  nach,  aber  auch
die  Zahl  der  Studierenden  der  Medizin  sank  nach  Mendes  Abgang  18233  bis  anf  13.  Durch
den  um  unsere  Universität  hochverdienten  F.  &amp;.  6.  Berndt  ist  1833  aus  vereinten
Mitteln  der  Universität  und  der  Provinz  das  Lazarett  einem  Erweiterung»bau  unterzogen,
eine  medizinisch-chirurgische  Abteilung  ist  angegliedert  und  eine  umfassende  Poliklinik
eingerichtet  worden.  Schon  am  Ende  des  18.  Jahrlınnderts  hat  ein  poliklinischer  Unterricht
  neben  dem  Lundeslazarett  bestanden  und  1822  war  durch  Sprengel  eine  chirurgische
Poliklinik  erötfnet  und  mit  seiner  privaten  Klinik  in  Verbindung  gesetzt  worden.  Die
Grundsteinlegung  des  großen  heutigen  Gebäudes  erfolgte  im  Zusammenhang  mit  der
Zentenarfeier  1856,  seine  Vollendung  1859.  Der  Erweiterung-bau  aus  den  Jahren  1875
bis  1877  wurde  1888  teilweise  durch  Feuer  zerstört,  doch  bald  neu  hergestellt.  Nach
Vollendung  der  großen  chirurgischen  Klinik  (lierbst  1903)  wird  das  seither  der  chirurgischen
  Abteilung  dienende  Stockwerk  einem  Umbau  unterzogen  werden.  —  Außer  der
neuen  chirurgischen  Klinik  sind  3  unter  Beihilfe  der  Stadt  und  zweier  Kreise  1894  95
errichtete  Absonderung»baracken  an  das  Universitätskrankenhaus  angegliedert.  Gleiches
gilt  von  der  medizinischen  und  der  chirurgischen  Poliklinik,  ubschon  die
erstere  einen  eigenen  Direktor  unterstellt  und  in  besonderem  Gebäude  untergebracht
ist;  sie  teilt  die  Direktion  mut  der  1887  begründeten  Poliklinik  für  Nasen-  und
Halskrankheiten  (Strübing).  Ebenso  ist  die  zahnärztliche  Poliklinik  in  ein
eigenes  Haus  gelegt.

Die  Gesamtausgabe  des  Universitätskrankenhauses  beträgt  (ohne
Wohnungsgeld)  232581  M.  Davon  werden  aus  cigenen  Einnahmen
bestritten  123371  M.

f}  Die  geburtshilflich-gynäkologische  Klinik  und  das  Hebammmeninstitut
  ist  durch  Hasclberg  1802  eingerichtet  und  durch
Berndt  1826  gründlich  reorganisiert  und  mit  einer  Hebammen-I.chranstalt
  verbunden  worden.  In  das  ihr  teilweise  eingeräumte  rissige  alte
Haus  (das  heutige  Domizil  des  pharmakologischen  Instituts  und  des
geographischen  Apparats)  wurde  schr  bezeichnender  Weise  1859  auch
das  chemische  Laboratorium  gelegt.

Unter  Pernice  ist  das  derzeitige  Gebäude  1875/77  entstanden.
Es  wurde  bald  nach  Martins  Berufung  1900,03  einem  gründlichen
Um-  bezw.  Erweiterungsbau  unterzogen.  Die  Einnahmen  belaufen
sich  auf  58019  M.;  darunter  sind  13895  M.  cigene  Einnahmen.

g)  Die  Augenklinik  ist  1874  von  der  chirurgischen  Klinik
abgezweigt  worden.  Das  derzeitige  Gebäude  entstand  1884/87  unter

Das  Unterrichiswesen  im  Deutschen  Reich  1,  25