Die  Königl.  Preußische  Friedrichs  Universieüt  1lalte-  Wittenberg.  401

Folsrende  Institute  haben  sich  in  Laufe  der  Zeit  der  Universität
angegliedert:

1.  Das  archäologische  Institut,  das  141  gegründet  wurde,
verfügt  über  ein  größeres  Museum,  für  welches  jährlich  2500  Mark
aufgeewendet  werden,  und  das  nicht  nur  den  Studenten,  sondern  auch
dem  größeren  Publikum  zugänglich  ist.  Ts  werden  in  dem  Institute
öffentliche  und  private  Vorlesungen  gehalten,  sowie  Kurse  archäologischer
  Übungen.

2.  Das  physikalische  Institut.  Ursprünglich  wurden  die
Hilfsmittel  für  den  naturwissenschaftlichen  Unterricht  von  den  Dozenten
selbst  auf  ihre  Kosten  beschafft.  Die  reiche  Sammlung  des  jetzigen
Instituts  stammt  zum  Teil  von  der  Universität  Wittenberg,  zum  größten
Teile  jedoch  von  dem  erst  vor  wenig  Jahren  gestorbenen  vorletzten
Vertreter  des  Faches,  Geheimen  Rat  Knoblauch,  her.  Ein  besonderes
Gebäude  für  das  Institut  wurde  schon  1823  von  der  Regierung  angewiesen;
  seit  1890  ist  es  in  ein  neucs  großes  hinübergezogen.
Ein  physikalisches  Laboratorium  wurde  1880  eingerichtet,  worin  in
letzten  Semester  67  Praktikanten  arbeiteten.  Es  ist  mit  8425  Mark
dotiert.

3.  Das  chemische  Institut  ist  erst  1842  von  dem  physikalischen
getrennt  und  1862  in  einem  eigenen  Hause  untergebracht.  Ilatte
früher  der  Leiter  des  chemischen  Unterrichts  die  Apparate  und
Ingredienzien  für  das  Laboratorium  selbst  zu  liefern,  so  werden  dieselben
  jetzt  aus  Staatsmitteln  beschafft,  wie  ebenso  die  Assistenten
besoldet.  Hierfür  ist  jetzt  die  Summe  von  15  718  Mark  ausgeworfen.
Die  Chemie  ist  durch  zwei  Ordinarien,  einen  Extraordinarius  und  drei
Privatdozenten  vertreten.  An  den  Arbeiten  inı  Laboratorium  wurden
in  zwei  Abteilungen  je  42  Praktikanten  im  großen,  45  im  halbtägieren
Kursus  beschäftigt.  Im  Jahre  1900  wurde  noch  cin  besonderes
l.aboratorium  für  angewandte  Chemie  gegründet,  in  dem  4  Studierende
arbeiten.

4.  Der  Grund  zu  dem  jetzigen  reichen  mineralogischen
Kabinett  wurde  schon  1787  durch  den  Ankauf  der  Privatsammlung
eines  Bergrates  für  2500  Mark  gelegt,  dem  kürzlich  eine  bedeutende
Schenkung  einer  anderen  Privatsammlung  hinzutrat.  Zur  Erhaltung
und  Erränzung  waren  zunächst  nur  50  Mark  angesetzt,  jetzt  3000  Märk,
wovon  aber  noch  die  Ililfskräfte  zu  besolden  sind.

5.  Das  zoologische  Institut  ist  mit  4049  Mark  dotiert.  Fin
eigenes  Gebäude  bezog  es  1887.  Die  Sammlungen  sind  allmählich

Das  Unterrichtewesen  im  Deutschen  Reich.  1.  20