402  Die  einzelnen  Universitäten.

seit  Beginn  der  Universität  zusammengebracht.  Das  zoologische
Praktikum  wurde  von  7  Studierenden  besucht.

6.  Dem  botanischen  Institut  wurde  schon  bei  der  Gründung
der  Universität  ein  Stück  Land  von  1}/,  Morgen  überwiesen,  wovon
aber  der  größte  Teil  verpachtet  wurde.  Für  die  Verwaltung  wurden
I.nde  des  18.  Jahrhunderts  175  Mark  jährlich  angesetzt,  im  letzten
tat  dagegen  18383  Mark.  Es  sind  dabei  tätier  ein  Ordinarius,  ein
Kxtraordinarius  und  ein  Privatdozent  als  Assistent.

7.  Das  geographische  Institut  besteht  aus  der  geographischen
Sammlung  und  dem  Seminar  für  Erdkunde  und  ist  zugleich  mit  der
Kröffnung  geographischer  Vorlesungen  im  Herbst  1873  wegründet,
das  Seminar  damals  allerdings  nur  als  ein  privates  Praktikum.  Das
ministerielle  Statut  für  das  Seminar  datiert  erst  von  1885.  Im  letzten
Winter  zählte  es  33  Mitglieder.

8.  Das  landwirtschaftliche  Institut  wurde  1862  gegründet
und  hat  im  Laufe  der  Zeit  eine  außerordentliche  Erweiterung  erfahren,
wozu,  wie  zur  Unterhaltung,  im  letzten  Jahre  162550  Mark  zur  Verfügrungs
  standen.

Ausser  dem  Ordinarius  sind  dabei  noch  vier  Extraordinarien  und
vier  Privatdozenten  tätig.  Die  Zahl  der  hier  studierenden  I.andwirte
betrug  im  letzten  Semester  188.

In  dem  landwirtschaftlichen  Laboratorium  arbeiteten  25.  Aufser
diesem  T.aboratorium  gehört  dazu  eine  Veterinärklinik,  ein  Pflanzengarten
  mit  \Vegetationshaus,  ein  ausgedehntes  Versuchsfeld,  ein
Haustiergarten,  eine  Abteilung  für  Tierzucht  und  Molkereiwesen,  ein
Versuchslaboratorium,  eine  bakteriologrische  Abteilung  und  eine  solche
für  landwirtschaftliche  Meteorologie  und  Pflanzenzüchtung,  sowie  eine
für  landwirtschaftliche  Maschinenkunde.

Die  medizinischen  Institute  sind,  wie  erwähnt,  erst  Ende  des
18.  Jahrhunderts  selbständig  organisiert  und  in  die  Hand  des  Staates
übergeführt.  Bis  dahin  waren  sie  in  betreff  des  l.chrmatertals  auf
das  städtische  Krankenhaus  bezw.  das  Waisenhaus  angewiesen,  und
die  sonstigen  Hilfsmitteln  mußten  vom  den  Professoren  beschafft
werden.  Erst  dem  Kanzler  v.  Hoffmann  gelang  es,  die  nötigen  Mittel
zu  beschaffen,  um  vor  allem  eine  besondere  Universitätsklinik  zu
bauen  und  angemessen  auszustatten,  während  die  übrigen  Institute
zunächst  in  gemieteten  lläusern  noch  recht  kümmerlich  untergebracht
wurden.

Eine  zweite  bedeutsame  FEntwicklungsphase  für  diese  Institute
brach  1874  an,  als  es  gelang,  ein  passend  gelesenes  größeres  Grund-