Die  Königel.  Preußische  Friedrich-Universitat  Halle  Wittenberg,  403

stück  von  33  Morgen  für  430000  M.  zu  erwerben  und  außer  dieser
Summe  3700000  M.  von  dem  Staate  für  Neubauten  bewilligt  zu  erhalten,
  wodurch  in  der  llauptsache  sämtliche  Anstalten  besondere
neue  Gebäude  erhalten  konnten,  welche  den  modernen  Ansprüchen
der  Wissenschaft  nach  allen  Richtungen  entsprechend  ausgestattet
werden  konnten.

Im  Jahre  1777  schenkte  der  Professor  Böhmert  sem  anatomisches
  Theater  der  Universität,  welches  er  selbst  von  seinem  Vorgänger
  für  200  Taler  gekauft  hatte.  1789  wurde  es  in  einem  alten
Residenzgebäude  der  früheren  geistlichen  Fürsten  Halles  untersebracht
  und  erst  1886  in  wesentlich  erweitertem  Mafsstabe  cingerichtet.
  Es  sind  jetzt  jährlich  8409  M.  für  dasselbe  ausgeworfen,
Neben  dem  Ordinarius  fungiert  ein  Fxtraordinarius  als  Prosektor,
außerdem  cin  weiterer  E.xtraordinarius  als  histologsischer  Proscktor,
cin  Privatdozent  und  ein  Assistent  an  dem  Institute.

Das  pathologische  Institut  war  bis  in  die  neuere  Zeit  in  der
unvollkommensten  Weise  als  ein  Anhängsel  des  chemischen  Institutes
  untergebracht  und  hat  auch  erst  Ende  der  80er  Jahre  cin
eigenes  Gebäude  erhalten.  In  dem  letzten  Jahre  wurden  678  Scktionen
  darin  ausgeführt.  Die  für  das  Institut  disponible  Summe  bekauft
  sich  auf  5414  M.  In  dem  letzten  Jahre  wurde  als  Ergänzung
in  demselben  Institute  ein  Unterricht  in  der  gerichtlichen  Medizin
erteilt.

Das  physiologische  Institut,  welches  noch  in  den  60er  Jahren
mit  dem  anatomischen  vereinigt  und  von  demselben  Professor  vertreten
  wurde,  ist  1872  davon  abeetrennt  und  seit  1886  in  einem  besonderen
  Gebäude  untergebracht.  Es  ist  mit  2844  M.  ausgestattet
und  durch  einen  Ordinarius  und  zwei  Assistenten,  die  zugleich
Dozenten  sind,  vertreten,

Das  pharmakologische  Institut  ist  gleichfalls  erst  Ende  der
8Ver  Jahre  selbständig  eingerichtet  und  ausgestattet.  Es  bezieht
jährlich  3700  M.  und  wird  von  einen  Ordinarius  und  einem  Privatdozenten
  als  Assistenten  geleitet.

Das  hygienische  Institut  wurde  1889  gegründet,  bezieht  jährlich
  4400  M.  und  wird  von  einem  Ordinarius  geleitet,  dem  cin  Privatdozent
  zur  Seite  steht.  Es  ist  damit  eine  städtiche  Untersuchungsstelle
  für  Nahrungsmittel  und  für  ansteckende  Krankheiten  verbunden;
außerdem  findet  darin  im  September  und  Oktober  cin  hygienischer
Fortbildungsskursus  für  Verwältungsbeanite  statt,  an  dem  im  letzten
Jahre  30  Mitglieder  teilnahmen.

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