JH  Die  einzelnen  Uuiversititen.

Die  klinischen  Institute  beziehen  jetzt  zusammen  jährlich  597  207
Mark  und  umfassen  9  verschiedene  Anstalten.

Wie  erwähnt,  ist  die  medizinische  Klinik  erst  Ende  des
18.  Jahrhunderts  ein  besonderes  organisiertes  staatliches  Institut  greworden,
  welches  im  Beginne  des  letzten  Jahrhunderts  ein  eigenes
Gebäude  erhielt,  in  dem  aber  in  einer  besonderen  Etage  die  chirursische
  Klinik  gleichfalls  Platz  fand.  Schon  lange  war  der  Raum  als
unzureichend  erkannt,  aber  erst  1886  erhielten  beide  Anstalten  gresonderte
  Gebäude,  denen  bald  ergänzende  Baracken  hinzugefügt
werden  mußten.  (Es  stehen  ihr  jetzt  157  Betten,  darunter  6  Freibetten,
  zur  Verfügung.)  In  der  medizinischen  Klinik  fungierte  ein
Ordinarius  mit  5  Assistenten.  In  dem  letzten  Jahre  wurden  darin
2523  Kranke  an  54968  Verpflegungstagen  behandelt.

Die  medizinische  Poliklinik  ist  durch  einen  Ordinarius,  einen
l:xtraordinarius  und  4  Assistenten  vertreten.  11.000  Krankheitsfille
kamen  darin  zur  Behandlung.

In  der  chirurgischen  Klinik  sind  ein  Ordinarius,  ein  Oberarzt
als  Extraordinartus  und  sechs  Assistenten.  Sie  verfügt  über  169  Betten,
darunter  6  Freibetten.

Der  gynäkologische  Unterricht  war  noch  während  des  ganzen
18.  Jahrhunderts  mit  dem  chirurgischen  verbunden  und  wurde  von
demselben  Dozenten  vertreten.  Erst  in  dem  Beginne  des  19.  Jahrhunderts
  fand  die  Trennung  statt,  und  es  wurden  eigene  Räume  für
die  Frauenklinik  eingerichtet,  zunächst  mit  100  Betten.  1886  konnte
auch  sie  ein  neues  Gebäude  beziehen,  in  welchen  im  letzten  Jahre
622  Geburten  stattfanden,  in  der  Poliklinik  605.  In  der  stationären
Abteilung  für  Frauenkrankheiten  wurden  785  Frauen  aufgenommen,
an  welchen  499  srößere  Operationen  zur  Ausführung  kamen.  Es
fungieren  darin  |  Ordinarius  mit  4  Assistenten.

Die  Augen-  und  Ohrenkliniken  sind  erst  1889  staatlich  einscrichtet
  und  in  einem  größeren  gemeinsamen  Gebäude  untergebracht.
  Jede  wird  jetzt  von  einem  Ordinarius  geleitet,  dem  3  —4
Assistenten  zur  Seite  stehen.  In  die  Augenklinik  wurden  1097  Kranke
aufgenommen,  5490  Kranke  behandelt  und  462  größere  Operationen
auseeführt.

In  der  Ohrenklinik  standen  25  Betten  zur  Verfügung,  die  aber
dem  Bedarfe  nicht  entsprachen.  2660  Patienten  kamen  darin  zur
Behandlung,  wovon  267  stationär  Behandelte  waren.  Größere  Operationen
  wurden  169  ausgeführt.