VII.  Die  Königliche  Christian-Albrechts-Universität  Kiel.

I.  Geschichtliche  Übersicht.

Als  im  Jahre  1641  das  Projekt  der  Begründung  ciner  Hochschule
  in  Kiel  zum  ersten  Male  vor  die  daselbst  versammelten  Landstände
  gebracht  wurde,  war  als  leitendes  Motiv  angegeben:  „daß  cs
den  Ständen  und  gesamten  Finwohnern  dieser  Fürstentümer  schr
scdeihsam  und  ersprießlich  sein  würde,  m  den  Herzogtümern  eine
Universität  zu  erisieren,  da  die  Länder  allerorten  schr  verwüstet,
und  eine  gelegene  Akademie,  wohin  die  Jugend  zur  Vollführung
ihrer  Studien  zu  verschicken,  in  ganz  Teutschland  fast  nicht  zu  finden
ser.“  Die  Stände  mußten  damals  wo  das  Land  unter  der  Heimsuchung
  eines  furchtbaren  Krieges  litt!  -  -  mit  Recht  zu  dem  Schlusse
kommen:  „daß  solches  zwar  gedeihliche,  aber  kostbare  Werk  zu
besserer  Zeit  und  der  Stände  weiterer  Deliberation  zu  dilatieren  sei,  weil
die  Waffen  diesen  Fürstentümern  annoch  täglich  hintergehen  und
keine  Spesen  ruhen  lassen.“  Erst,  nachdem  sich  das  Land  eimigermaßen
  von  den  Folgen  des  dreißigjährigen  Krieges  hatte  erholen
können,  kam  der  Plan  zur  Ausführung,  und  so  wurde  im  Oktober
1665  die  neue  Universität  in  Kiel  durch  den  Herzog  Christian  Albrecht
von  Holstein-Gottorp  eröffnet.

Zunächst  schien  die  Christiana-.\lbertina,  für  die  16  Professoren
gewonnen  worden  wären,  schr  zu  reüssieren:  sie  wurde  mit
140  Studenten  eröffnet,  und  im  ersten  Dezennium  der  Universität
konnten  bereits  874  Immatrikulationen  stattfinden.  Aber  die  fortgesetzten
  Kämpfe,  die  nach  Christian  Albrechts  Tode  zwischen  dem
ottorpischen  Hause  und  Dänemark  stattfanden,  schädigten  die  Universität
  aufs  schwerste  und  brachten  sie  in  solche  finanziellen  Nöte,
daß  sowar  einmal  drei  Semester  hindurch  überhaupt  keine  Gehälter
sczahlt  werden  konnten!  Auch  mußte  die  Gründung  dreier  Universi-