412  Die  einzelnen  Universitäten.

fessuren  für  Augenheilkunde,  gerichtliche  Medizin,  Geschichte  und
Landwirtschaft  begründet,  auch  das  Amt  eines  Konservators
der   vaterländischen   Altertümer  von  Schleswig  -  Holstein   cingerichtet
  worden.  Und  seitdem  ist  noch  eine  große  Zahl  neuer
Professuren  hinzugekommen.  —  Vor  allem  aber  sind  unter  dem
preußischen  Regime  viele  ncuen  Institute  und  Scminarien  errichtet
und  diejenigen,  die  von  früher  her  bestanden,  angemessen  vergrößert
und  umgestaltet  worden;  endlich  ist  1876  der  Christiana-Albertina
in  dem  neuen  Universitätsgebäude  am  Schloßgarten  ein  würdiges
ITcim  geschaffen  worden,  das  dann  im  Jahre  1902  noch  mächtig  erweitert
  wurde.

Dies  System  sollte  noch  reiche  Früchte  tragen.  Denn  seit  der
Mitte  der  siebziger  Jahre  hob  sich  wieder  langsam,  aber  sicher  die
Frequenz  der  Kieler  Universität,  um  schließlich  Ziffern  von  einer
lNöhe  zu  erreichen,  die  die  kühnsten,  jemals  früher  gehesten  Hoffnungren
  weit  übertrafen:  während  die  Hochschule  es  früher  niemals
auch  nur  auf  vierhundert  immatrikulierte  Studenten  gebracht  hatte,
zählt  ste  nun  im  Sommersemester  gegen  1100  und  selbst  noch  im
Wintersemester,  wo  die  Anziehungskraft  von  Kiel  nicht  so  groß  ist,
über  00  Studierende.  Mit  Recht  konnte  Professor  Krümmel  in  dem
von  ihm  bei  Gelegenheit  des  Rektoratswechsels  erstätteten  Jahresbericht
  betonen:  wenn  die  Christiana-Albertina  sich  stetig  gehoben
habe.  so  sei  das  in  erster  Linie  „der  Gunst  der  örtlichen  Verhältnisse
und  der  Fürsorge  der  Staatsregierung"  zu  verdanken!  ---An

  der  Universität  Kicl  haben  von  namhafteren  Gelehrten  im
17.  und  18.  Jahrhundert  gewirkt:  die  Theologen  Muhlius  und  Johann
Andreas  Cramer,  die  Juristen  Andreas  Wilhelm  Cramer  und  Thibaut,
der  Polyhistor  Morhof,  die  Philosophen  Tetens  und  Reinhold.

Unter  der  Zahl  der  im  19.  Jahrhundert  an  der  Hochschule
Ichrenden  Dozenten  sind  hervorragend  (mit  Ausschluß  T.ebenderi:
die  Theologen  Twesten,  Dorner,  L.üdemann,  Klaus  Harms,  Weiß,
Lipsius,  Friedrich  Nitzsch;  die  Juristen  v.  Feuerbach,  Welcker,
v.  Madai,  v.  Ihering,  Planck,  Wilda,  v.  Roth,  Hinschius;  die  Mediziner
  G.  1.  Weber,  Pfaff,  v.  Langenbeck,  Stromeyer,  Griesinger,
v.  Frerichs,  Panum,  Bartels,  Kupffer,  Cohnheim;  die  Philosophen
Ritter,  Chalybäus,  Harms,  Steffensen,  Pfleiderer;  die  Historiker
Wäachsmuth,  Dahlmann,  Droysen,  Waitz,  Nitzsch,  v.  Gutschmid,
v.  Treitschke;  die  Nationalökonomen  v.  Stein  und  Hlanssen;
die  Philologen  Olshausen,  Jahn,  Curtius,  Dillmann,  Müllenhoff,