vIoII.  Die  Königlich  Preußische  Albertus-Universität
zu  Königsberg  i.  Pr.

I.  Geschichtliche  Übersicht.

Die  Universität  Königsberg  ist  begründet  durch  den  Markgrafen
Albrecht,  den  letzten  Meister  des  Ritterordens  in  Preußen  und  ersten
Herzog  des  verweltlichten  Kirchenstaats.  —  Als  Vorläufer  der  Universität
  ist  das  „Partikular‘“  zu  betrachten,  das  Herzog  Albrecht  im  Oktober
  1541  begründete,  das  als  Vorbereitungsanstalt  für  Universitätsstudien
  dienen  sollte  Außer  den  alten  Sprachen  waren  auch
Jurisprudenz,  Theologie  und  Medizin  Lehrgegenstände.  Die  eigentliche
  Universität,  das  Collegium  Albertinum,  wurde  am  17.  August  1544
eingeweiht  und  cröffnet.  Es  sollte  in  den  fernen  Ostlanden  als  eine
Stätte  gelchrter  Bildung  dienen,  zugleich  mit  der  Bestimmung,  die
L.chren  der  Reformation  in  weitesten  Kreisen  zu  verbreiten.  —  Der
Herzog  bemühte  sich  um  die  Anerkennung  durch  den  Oberlehnsherrn,
den  König  von  Polen;  am  28.  März  1560  erteilte  König  Sigismund  Il.
diese  Bestätigung.  —  Der  erste  Rektor  der  Universität  war  Gcorg
Sabinus,  der  Schwiegersohn  Melanchthons;  von  der  Universität
Frankfurt  a.  O.,  wo  er  seit  1538  als  Lehrer  der  Beredsamkeit  wirkte,
wurde  er  durch  Herzog  Albrecht  auf  Empfehlung  Luthers  als  Rektor
nach  Königsberg  berufen.

Die  Mittel  zur  Erhaltung  der  neuen  Anstalt  zusammenzubringen,
war  anfangs  mit  großen  Schwierigkeiten  verknüpft;  aus  der  herzoglichen
Rentkammer  wurden  4000  M.  angewiesen;  dazu  kamen  noch  Tirträgnisse
aus  der  Domäne  Fischhausen  und  der  Domäne  Thalheim.  Der
Wunsch  des  Stifters,  daß  die  Universität  auch  von  Ausländern  zahlreich
  besucht  werde,  ging  namentlich  im  Beginne  in  Erfüllung.  Aus
Polen,  aus  I.vland  und  Kurland,  aus  Rußland  und  Schweden  kamen
Studierende  nach  Königsberg.  Der  Zahl  der  Studenten  nach  war