494  Die  einzelnen  Universitäten.

1853—  1859  Ichrte  der  berühmte  Kenner  des  deutschen  Rechts  Otto
Stobbe  an  der  Albertina.

Hand  in  Iland  mit  der  Vermehrung  der  Lehrstühle  auf  allen
Wissensgebieten  ging  die  Verbesserung,  Vermehrung  und  Erweiterung
der  Gebäude,  der  Kliniken,  Laboratorien,  Seminarien  und  anderen
Institute.  Namentlich  im  19.  Jahrhundert  wurden  reiche  Aufwendungen
  für  diese  Zwecke  gemacht;  selbst  in  der  kritischsten  Zeit  der
preußischen  Geschichte,  in  den  Jahren  nach  1806,  fehlte  es  nicht  an
Stiftungen  und  Neueinrichtungen  für  diese  Zwecke.  1806  wurde  cin
Grundstück  für  den  Botanischen  Garten  erworben,  1809  eine  neue
Medizinische  Klinik  eingerichtet.  1811  wurde  nıt  dem  Bau  einer
Sternwarte  begonnen.  Nimmt  man  hinzu,  daß  in  derselben  Zeit  auch
die  Errichtung  von  Sceminarien  eingeleitet  wurde,  und  zwar  des
theologischen  (1812),  eines  philologischen  und  eines  pädagogischen,
  daß  ferner  große  Geldmittel  für  akademische  Preisaufgaben
bereit  gestellt  wurden,  daß  die  meisten  Gehälter  erhöht  wurden,  so
zeigt  dies,  wic  große  Opfer  damals  selbst  in  der  schweren  Zeit  für
dic  Universität  Königsberg  gebracht  wurden.  Der  Etat  der  Albertina
für  1810/1811  war  auf  rund  34000  Taler  gestiegen,  wozu  noch
3714  Scheffel  Roggen  an  Naturalbezügen  kamen.

Am  20.  Juli  1862  fand  der  Umzug  aus  dem  alten,  engen  und
unschönen  Albertinum  auf  dem  Kneiphof  nach  dem  stattlichen  Neubau
  auf  Königsgarten  statt,  an  welchem  Feste  auch  der  Kronprinz
Friedr.  Wilhelm  als  Rektor  teilnahm.

Neue  und  erhöhte  Aufwendungen  für  Institute  usw.  fallen  namentlich
  in  die  Periode  1871--1902.  Besonders  kam  dies  den  Naturwissenschaften
  und  der  Medizin  zugute.  Der  Botanische  Garten,  das
zoologische  Museum,  die  Sternwarte  wurden  durch  Neu-  und  Unbauten
  vergrößert,  für  das  chemische  Laboratorium  wurde  1888  ein  Neubau
  errichtet,  sowohl  für  die  Zwecke  des  physikalischen,  wie  des  mineralogisch-zeologischen
  Unterrichts  wurde  ein  Neubau  errichtet  (1891  bis
1892).  Die  Zahl  der  Seminarten  wurde  vermehrt,  die  Dotationen  der
alten  Seminarien  erhöht.  Dazu  kamen  zahlreiche  Gebäude  für  Zwecke
des  landwirtschaftlichen  Unterrichts,  darunter  ein  agrikultur-chemisches,
ein  landwirtschaftlich-physiologisches  und  ein  milchwirtschaftliches  Iaboratorium.
  Die  reiche  archäologische  Sammlung,  das  Kupferstichkabinett,
  die  staatswissenschaftliche  Bibliothek  wurden  vergrößert
bezw.  neu  gegründet.  Die  Zahl  der  den  Unterrichtszwecken  der
philosophischen  Fakultät  dienenden  Institute  ist  von  11  im  Jahre  1862
auf  21  im  Jahre  1894  gestiegen.  Außerdem  wurden  mchrere