J54  Die  einzelnen  Universitäten.

gegangen,  dagegen  bildet  zur  Zeit  noch  (wie  aus  den  unten  folgenden
Nachweisen  ersichtlich  ist)  der  forstwirtschaftliche  Hochschulunterricht
zusammen  mit  den  Wirtschafts-  und  Sozialwissenschaften  (unter  letzteren
insbesondere  der  Statistik)  das  Unterrichtsgebiet  der  staatswirtschaftlichen
  Fakultät.

Der  Thronbesteigung  des  Kurfürsten  und  späteren  Königs  von
Bayern,  Max  Joseph,  am  16.  Februar  1790  folgte  schon  im  Jahre  1800
die  Verlegung  der  Universität  aus  der  Festungsstadt  Ingolstadt  nach
Landshut.  Im  Jahre  1802  erhielt  sie  die  Benennung:  „T.udwig-Maximilians-Universität‘“;
  die  im  Jahre  1804  aufgehobene  Fakultätsorganisation
  wurde  im  Jahre  1814  wieder  eingeführt.  (5  Fakultäten.
In  Landshut  blieb  die  Universität  nur  bis  zum  Jahre  1826;  in  diesem
Jahre  erfolgte  nach  dem  Regierungsantritt  des  Königs  Ludwig  I.  die
Verlegung  der  Universität  nach  München.  Von  den  Lehrern  der
Universität  Landshut  sind  außer  einzelnen  bereits  oben  erwähnten,
von  Ingolstadt  übernommenen  zu  nennen  insbesondere  die  Theologen:
Sailer,  Allioli;  die  Juristen:  Anselm  v.  Feuerbach,  Gönner,  F.  K.
v.  Savigny  und  K.  J.  A.  Mittermaier;  die  Mediziner:  Ph.  F.  Walther,
Tiedemann,  v.  Schultes,  J.  A.  Buchner,  Reisinger;  die  Philosophen:
Frohn,  Ast,  I.  N.  Fuchs.

Die  Verlegung  der  Universität  nach  München  hatte  im  l.chrpersonal
  eine  Verschmelzung  der  von  Landshut  übernommenen  l.chrkräfte
  mit  Münchner  Gelehrten,  insbesondere  aus  dem  Kreise  der
Mitglieder  der  Akademie  der  Wissenschaften  zur  Folge.  Auch  die
Studentenschaft  zeigte  rasches  Anwachsen.  Im  Jahre  1840  wurde
das  neu  errichtete  Universitätsgebäude  in  Benutzung  genommen.  Auch
unter  König  Maximilian  II,  dem  besonderen  Förderer  der  Wissenschaft
  und  ihrer  Vertreter,  fanden  die  Interessen  der  Universität  sorgsame
  Berücksichtigung;  namentlich  fallen  in  diese  Zeit  zahlreiche
Berufungen  von  Lehrern  anderer  Universitäten;  auch  die  Reorganisation
  und  der  Umbau  wichtiger  Universitäts-Institute  fällt  in  diese
Zeit.  Maximilian  II.  stiftete  auch  das  Maximilianeum,  in  welchem  einer
kleinen  Zahl  in  der  Anstalt  zusammenwohnender  befähigter  Studierenden
  (ursprünglich  nur  Juristen,  später  auch  Angehörigen  anderer
Fakultäten)  bei  voller  akademischer  Freiheit  Gelegenheit  zur  Vertiefung
  und  Ergänzung  der  Fachbildung,  insbesondere  auch  auf  dem
Gebiet  der  fremden  lebenden  Sprachen,  gregeben  wird.  Auch  unter
der  Regierung  des  Königs  Ludwig  IL,  wie  insbesondere  unter  jener  des
Prinzregenten  Luitpold  von  Bayern  fanden  und  finden  die  Interessen
der  Universität  sowohl  in  idealer  wie  in  materieller  Hinsicht,