XII.  Die  Königlich  Bayerische  Julius-Maximilians-Universität
  zu  Würzburg.

I.  Geschichtliche  Übersicht.

Den  ersten  Versuch,  in  Würzburg  cine  Universität  zu  gründen,
machte  der  Fürstbischof  Johann  v.  Egloffstein,  der  am  10.  Dezember
1402  die  päpstlichen  Privilegien  hierfür  erhielt.  Die  Universität  muß
auch  bald  nach  1402  ins  Leben  getreten  sein,  konnte  sich  aber  nur
etwa  ein  Jahrzehnt  halten,  da  ihre  Dotation  nicht  auf  eigenes  Vermögen
  sich  stützte.

Glücklicher  war  der  Fürstbischof  Julius  Fchter  von  Mespelbrunn,
  eine  wahrhafte  Herrschermatur,  der  es  im  Interesse  seines
Hochstiftes  und  der  katholischen  Restauration  für  nötig  fand,  eine
Universität  zu  errichten.  Am  28.  März  1575  erhielt  er  das  päpstliche
  Privileg  und  am  11.  Mai  des  gleichen  Jahres  das  kaiserliche.
Kine  eigentliche  Stiftungsurkunde  hat  es  indessen  niemals  gegeben.

Die  Inauguration  der  neuen  Universität  fand  am  2.  Januar  1582
statt.  Am  8.  Juli  1582  wurde  der  Grundstein  zu  dem  Uhiversitätsscbäude
  und  der  Uhniversitätskirche  gelegt;  als  Platz  wurde  das
chemalige  weibliche  Ulrichskloster  und  Umgebung  gewählt.

Die  Dotation  der  Universität  wurde  in  der  Weise  bewirkt,  daß
zwei  Frauenklöster  Mariaburghausen  bei  Haßfurt  und  Klosterhausen
bei  Kissingen,  die  nicht  mehr  lebensfähig  waren,  aufgehoben  und
ihre  Güter  und  Erträgnisse  der  Hochschule  zugewiesen  wurden.  Auch
noch  andere  Klöster  und  Stifte  wurden  zu  Beiträgen  verpflichtet.
Bei  der  Dotierung  wurde  die  Universität  nicht  als  Gesamtheit  gedacht,
  sondern  in  Korporationen  aufgelöst:  die  Ausstattung  der  philosophischen
  und  theologischen  Fakultät  fiel  mit  der  Dotierung  des
geistlichen  Seminars  zusammen,  die  juristische  Fakultät  und  die  mediziwische
  erhielten  ihr  eigenes  Vermögen.  Die  Verschmelzung  dieser
Fonds  erfolgte  erst  1720.