474  Die  einzelnen  Universitäten.

Halten  wir  Umschau,  welche  Namen  in  der  Geschichte  der  Universität
  während  der  letzten  zwei  Jahrhunderte  einen  unvergänglichen
  Platz  sich  erworben,  so  finden  wir,  daß  ihre  Zahl  nicht
gering  ist").

Unter  den  Theologen  sind  zu  erwähnen  die  sog.  Wirceburrenses
  (Kilber,  Seiz,  Munier,  Holtzclau,  Neubauer),  welche  die  gesamten
  theologischen  Disziplinen  in  einem  Kursus  von  Liehrbüchern
bearbeiteten,  die  man  gewöhnlich  Theologia  Wirceburgensis  nennt;
sie  erschien  in  Würzburg  1766—1771  in  14  Bänden  und  hat  noch  in
neuerer  Zeit  eine  3.  Auflage  erlebt  zu  Paris  in  10  Bänden  1879/80.
Aus  der  Aufklärungsepoche  sind  zu  nennen  Fr.  Oberthür  (1773  bis
1803,  1804—-1809),  auch  bekannt  durch  seine  Kirchenväterausgaben,
Ad.  Joh.  Onymus  (1783  -  1809,  1814—  1824),  Franz  Berg  (1785  bis
1806,  1811-  1826**).  Unter  den  neueren  nennen  wir  den  wegen
seines  Freimuts  gemaßregelten  Kirchenhistoriker  J.  B.  Schwab  (1840
bis  1851,  den  Dogmatiker  Georg  Anton  Stahl  (1836—1840)  und
den  Exegeten  Valentin  Reimann  (1824—1847),  beide  später  Bischöfe
  von  Würzburg,  ferner  den  Kirchenhistoriker  Jos.  Hergenröther
(1852  —  1879),  seit  1879  Kardinal,  den  Apologeten  Franz  Hettinger
(1856  —  1890),  den  Dossmatiker  H.  Denzinger  (1849—  1803),  den  neutestamentlichen
  Exegeten  P.  Schegsr  (18068—  1872).

In  der  juristischen  Fakultät  traten  besonders  hervor  Joh.  Casp.
Barthel  (1727-1771),  der  als  der  Begründer  einer  neuen  Schule
unter  den  katholischen  Kanonisten  Deutschlands  gilt;  Joh.  Ad.
Ickstatt  (1731.—1740,,  Prof.  des  öffentl.  Rechts,  ein  in  jeder  Hinsicht
eenialer  Mann,  dessen  späterer  Wirkungskreis  München  und  Ingolstadt
war;  J.  P.  Banniza  (1734—1754,,  hier  der  erste  Lehrer  des  Reichsprozesses
  und  der  peinlichen  Rechte;  Jos.  Maria  Schneidt  (1765  bis
1803),  Herausgeber  des  umfangreichen  Werkes  Thesaurus  Juris  franconici
  (10  Bde.);  G.  A.  C.  Kleinschrod  (1785—1824,  in  Würzburer
erster  Vertreter  des  von  der  Aufklärungsphilosophie  beeinflußten
Strafrechts;  W.  Jos.  Behr,  Publizist  (1799—1821),  später  durch  sein
politisches  Martyrium  genügsam  bekannt  geworden;  Gottlieb  Hufeland
  (1803  —  18061,  einer  der  berühmtesten  Juristen  seiner  Zeit,  der
auch  in  den  staatswirtschaftlichen  Fächern  einen  Namen  hat;  A.  Fr.

*)  Es  sind  nur  Verstorbene  berücksichtigt;  die  eingeklammerten  Zahlen  bedeuten
die  Zeit  ihres  Wirkens  an  der  Universitit.

**)  Bei  der  Reaktivierung  ım  September  1811  der  Juristenfakultät  als  I.chrer  der
Universalgeschichte  zugewiesen.