Die  Königl.  Baserische  Julius-Maximilians-Universität  zu  Wurzburg.  475

Rinselmann  (1825—1838)  und  L.  C.  H.  v.  d.  Pfordten  (1833  bis
1841),  beide  später  bayerische  Minister;  Cart  Edel  (1840—18%)  und
J.  Pözl  (1843—1047),  beide  hervorragende  Parlamentarier;  C.  H.
Hildenbrand  (1847—1871,,  Rechtsphilosoph;  Ludwig  Weiß  (1851
bis  18581,  der  spätere  Parlamentarier;  Albert  Köppen  (1864—  1872,
IHugo  Böhlau  (1882  —1887..

In  der  medizinischen  Fakultät  ragt  im  18.  Jahrhundert  hervor
der  im  Auslande  ausgebildete  C.  C.  v.  Siebold  (7  1807),  der  zuerst  in
Würzburg  einen  regelrechten  anatomischen  Unterricht  mit  Präparicrübungen
  einführte  und  auf  den  die  gesamte  Reorganisation  des  medizinischen
  Unterrichts  zurückgrcht.  Seine  ausgezeichneten  Söhne  Georg
Christoph,  Barthel  und  Elias  schließen  sich  ihm  würdig  an.  Das
19.  Jahrhundert  weist  die  glänzendsten  Namen  der  deutschen  Medizin
auf.  In  der  innern  Medizin  machte  sich  N.  X.  Friedreich  (1795
bis  1824)  als  Entdecker  der  rheumatischen  Gesichtslähmung  bekannt,
Meister  und  Bahnbrecher  waren  aber  Lucas  Schönlein  (1819—  1833),
Begründer  der  naturwissenschaftlichen  Heilmethode,  Entdecker  des
ersten  krankmachenden  Pilzes,  des  Favuspilzes,  später  in  Berlin  Leibarzt
  Friedrich  Wilhelns  IV,  Heimrich  Bamberger  (1854—--1872\,
C.  Gerhardt  (1860  -1862,  1872  1885);  ihnen  reihen  sich  noch  an
Fr.  Rienecker  (1837—  1883),  Alois  Geigel  (1855  —1887,.  Als
Gynäkologen  gelangten  zu  großer  Berühmtheit  A.  E.  v.  Sicbold
(1798  —1816),  d’Outrepont  (1816-1846),  Fr.  Kiwisch  (1846—  1852),
\W.Scanzoni  (1850  —1888),  als  Chirurgen  C.v.  Textor  (1816—18B61  1,
Wenzel  Linhart  11856  -1877,,  I.  Maas  (1883—  1886),  als  Otriatiker
Ant.  Fr.  Freiherr  v.  Tröltsch  (1861--1890),  der  als  Bewründer  der
Ohrenheilkunde  gilt  und  auch  den  Öhrenspiegel  erfand.

Eine  Celebrität  ersten  Ranges  war  Bernh.  Heine  (1838  —1840),
der  Erfinder  des  Osteotoms  und  äußerst  erfolgreicher  Forscher  auf
dem  Gebiet  der  Regeneration  der  Knochen.

In  der  Anatomie  wirkte  bahnbrechend  Ign.  Döllinger  (1803
bis  1824),  in  Würzburg  der  erste  Vertreter  der  vergleichenden  Anatomie
  und  Begründer  einer  besonderen  zootomisch-physiologischen
Schule,  die  für  ganz  Deutschland  maßgebend  wurde.  Von  Döllinger,
  Pander  und  d’Alton  wurden  in  Würzbursr  1816  und  in
den  folgenden  Jahren  die  berühmten  Untersuchungen  über  die  Entwicklung
  des  Flühnchens  ausgeführt.  Der  Nachfolger  Döllingers
C.  F.  Heusinger  (1824-1829)  gründete  eine  vigene  zootomische
Anstalt  als  Universitätsinstitut.

Die  pathologische  Anatomie,  die  zum  ersten  Mal  als  alleiniges