4706  Die  einzelnen  Universitäten.

Nominalfach  B.  Mohr  (1839  --1849)  vertrat,  wurde  zur  größten  Blüte
gebracht  von  dem  Schöpfer  der  Cellularpathologie  R.  Virchow
(1849—  1856).  Scin  Nachfolger  war  J.  Th.  A.  Förster  (1858  —1805).

Die  Physiologie,  welche  Kölliker  1865  abgab,  vertrat  als  eigenes
Fach  zuerst  A.  v.  Bezold  (1865—1868)  und  nach  dessen  baldigem
Tode  Ad.  Fick,  der  als  einer  der  bedeutendsten  Repräsentanten
der  mechanischen  Physiologie  1868  bis  1890  hier  wirkte.

Noch  manche  medizinische  Celebritäten  begannen  in  Würzburg
ihre  Laufbahn,  wie  Anton  Biermer  (1856-1861),  Nic.  Friedreich
(1853  —  1858),  Carl  Gegenbauer  (1854--1855)  u.  a.

Auch  die  philosophische  Fakultät  weist  cine  Reihe  bedeutender
  Forscher  auf.  Unter  den  Physikern  sind  zu  nennen  R.  1.
l..  Clausius  11867—1869),  der  ruhmreiche  Forscher  auf  dem  Gebiete
der  Wärmetheorie,  Aug.  Kundt  (1870—  1872).*)

Von  den  Chemikern  verdient  erwähnt  zu  werden  Joh.  Jos.  Scherer
1842—1869),  der  noch  der  medizinischen  Fakultät  angehörte,  Ad.
Strecker  (1870—  1871),  der  erste  Vertreter  der  Chemie  in  der  philosophischen
  Fakultät,  Joh.  Wislicenus  (1871—1885),  später  in
l.cipzig,  und  der  Professor  der  chemischen  Technologie  Joh.  Rud.
Wagner  (1857—1880\.

Von  den  Zoologen  war  kurz  in  Würzburg  tätig  als  Extraordinarius
Carl  Claus  (18591863);  cine  zoologische  Schule  gründete  in  \Vürzburg
  Gottfr.  Semper  (180661892).

Von  den  Botanikern  sind  zwei  zu  nennen  Aug.  Schenk  (1841
bis  1868)  und  Juhus  Sachs  (1868—  1897),  einer  der  grenialsten  Naturforscher,
  durch  dessen  zahlreiche  Arbeiten  die  Experimentalphysiologie
der  Pflanzen  großen  Aufschwung  genommen  hat.

Von  den  Mineralogen  sind  hervorzuheben  Lud.  Rumpf  (1830
bis  1862)  und  Fried.  Sandberger  (1863—  1896).

Unter  den  Mathematikern  sind  bekannt  Stahl  aus  Jena  (1804  bis
1806)  und  Christ.  v.  Staudt  (1824—  1827),  emer  der  Begründer  der
Geometrie  der  Lage.

Unter  den  Philologen**)  haben  einen  Namen  Peter  Richarz  (1817
bis  1835),  nachmals  Bischof  von  Speier;  E.  v.  Lasaulx  (1835—1844),

*,  Ihnen  folgten  die  noch  lebenden  Herm.  (Juincke  (1872—1875),  Friedr.  Kohlrausch
  11875—1888),  Wilh.  Konr.  Röntgen  (1888  —  189%).
**\  Beziehungen  zur  Würzburger  Universität  hatte  auch  Franz  Bopp,  der  Begründer
der  vergleichenden  Spruchwissenschaft,  der  1820  sich  in  Würzburg  habilitieren  wollte.
Vergl.  den  Aufsatz  von  Martin  Schanz  in  der  Beil.  z.  Allg.  Ztg.  1882  No.  154.