478  Die  einzelnen  Universitäten.

1  Ordinarien*),.  Der  Jahresetat  des  juristischen  Seminars  beträgt
500  M.,  der  des  nationalökonomischen  Seminars  144  M.,  wozu  jedoch
häufige  außerordentliche  Bewilligungen  kommen**).  Die  Bibliothek
für  die  juristischen  Übungen  wurde  1875,  die  des  nationalökonomischen
Seminars  1878  begründet.

Die  medizinische  Fakultät  weist  10  ordentliche  Professoren  ***),
12  außerordentliche  Professoren,  11  Privatdozenten  auf.  Bezüglich
ihrer  Institute  mögen  folgende  kurze  Angaben  orientieren:

Das  anatomische  Institut  beginnt  mit  dem  „anatomischen  Theater“  ım  Gartenhaus
  des  Julius-Ilospitals  im  ersten  Drittel  des  18.  Jahrhunderts.  1853  wurde  cin  neues
Anatomiegebäude  bezogen,  als  aber  auch  dieses  bald  zu  klein  sich  erwies,  zur  Erbauung
eines  dritten  geschritten  und  1883  seinem  Zwecke  übergeben.

Der  Jahreseint  beträgt  14900  Mark  R.  und  8280  Mark  P.  (1  Prosektor,  2  Assistenten,
  2  Diener,  1  Hausmeister);  für  vergleichende  Anatomie,  Histologie  und  Embryologie
sind  1700  Mark  R.  und  3105  Mark  I”.  (1  Proscktor,  1  Kurstos)  ausgeworfen.

Das  pathologische  Institut,  1850  von  Virchow  in  dem  ehemaligen  ersten  .\natomiegebäude
  begründet,  wurde  1853  in  das  neue  Anatomiegebäude  verlegt  und  erhielt  1878
einen  eigenen  Neubau.  Der  Jahresetat  beträgt  8053  Mark  R.  und  5910  Mark  P.
(2  Assistenten,  3  Diener).

Das  physiologische  Institut,  anfänglich  in  dem  zweiten  Anatomiegebäude  untergebracht,
  bezog  1887  einen  eigenen  Neubau.  Juhreserar  7652  Mark  R.  und  4935  Mark  P.
(2  Assistenten,  1  Diener).

Das  hygienische  Institut,  1888  begründet,  nachdem  1887  die  lächer  der  Poliklinik
und  Ilygiene  getrennt  worden  waren,  ist  im  meidizinischen  Kollegienhaus  tchemalige
2.  Anatomie)  untergebracht.  Jahresetat  3500  Murk  R.  und  4545  Mark  P.  (2  Assistenten
und  2  Diener).  Mit  dem  Institut  ist  die  Anstalt  für  bakteriologische  Untersuchungen  in
Ober-  und  Unterfranken  und  der  P’ialz  verbunden,  welche  ohne  besondere  Votation  aus
eigenen  Einnahmen  nach  besonders  genehmigtem  Tarif  den  Aufwand  bestreitet.

Das  pliarmakologische  Institut,  aus  dem  1872  errichteten  P’rivatlaboratorinm  des
Professors  M.  J.  Roßbach  hervorgegangen,  besteht  seit  1875  (damals  im  botanischen
Museum  untergebracht)  als  Universitätsanstalt  und  befindet  sich  ebeufalls  im  medizinischen
Kollegienhaus.  Jahresetat  1500  Mark  R.  und  2205  Mark  I’.  (}  Assistent,  1  Diener).

Die  medizinische  Klinik,  in  ihren  Anfängen  bis  1729  zurückreichend,  aber  erst
mit  ihrer  Verpflanzung  ins  Juliushospital  1769  lebensfühig  geworden,  hat  1876  ein  eigenes
Gebäude  erhalten,  das  vom  Staat  auf  juliusspitälischem  Grund  und  Boden  in  engem
Anschluß  un  die  Krankenränme  erbaut  ist.  Da  die  Krankenpflege  dem  Spital  obliegt,
3  genügt  für  die  medizinische  Klinik  ein  Jahresetat  von  5300  Mark  R.  tdarunter
1500  M.  für  Freibetten,  um  klinische  Kranke,  die  das  Spital  nicht  zu  verpflegen  braucht,
atfzunchmen)  und  4555  Mark  P.  (2  Assistenten,  1  Diener).  Der  Klinik  für  llautkrankeiten
  und  Syphilis  sind  1003  Mark  R.  und  840  Mark  1’.  (1  Assistent)  zugesprochei.

De  chirurgische  Klinik  ist  ebenfalls  im  Juliushospitdl  zu  1lause.  1725  wurde
zum  erstenmal  ein  wissenschaftlich  gebildeter  Oberwundarzt  angestellt,  der  praktischen

*)  v.  Burckhard,  G.  Schanz,  Maser,  Oetker,  Meurer,  Pilotv.
°*)  Pie  wissenschaftlichen  Arbeiten  des  nationalokonomischen  Seminars  erscheinen
unter  dem  Titel  „Wirtschafts-  und  Verwaltungsstudien  herausgegeben  von  Prof.  G.  Schanz“.
Verlag  G.  Böhme.  Leipzig  1884.  (bis  jetzt  19  Bände),
*",  ..  Rindfleisch,  Schönborn,  v.  Leube,  Ilofmeier,  Kunkel,  Stöhr,  Lehmann,
Rieger,  v.  Frey,  Heß.  v.  Kölliker  liest  nicht  mehr.