Die  Königl.  Bayerische  Tulins-Maximilians-Universität  zu  Würzburg.  381

4.  Vergleichende  Sprachwissenschaft  und  Sanskrit  sind  zu  einer
l.chrsparte  verbunden  und  seit  1877  durch  einen  FExtraordinarius,  seit
1880  durch  .einen  Ordinarius  vertreten.

5.  Für  mittlere  und  neuere  Geschichte  inkl.  bayerische  Geschichte
bestehen  2  Ordinarien.  Der  Jahresetat  für  das  seit  S.-S.  1858  bestehende
  Seminar”)  beträgt  765  Mark  R.  für  mittlere  und  neuere
Geschichte  und  70  Mark  R.  für  historische  Hilfswissenschaften.

6.  Eine  Vertretung  für  Kunstgeschichte  fehlt  noch,  ist  aber  beantragt.


7.  Eine  geosrraphische  Professur,  und  zwar  zunächst  als  Extraordinariat,
  wurde  errichtet  189.  Außerdem  weist  das  Personalverzeichnis
  1  Privatdozenten  auf.  Das  geographische  Institut  ist  mit
300)  Mark  R.  jährlich  dotiert.

8.  In  der  Mathematik  sind  tätig  |  Ordinarius  und  2  Extraordinarten.
  Das  mathematische  Seminar,  gegründet  1872,  hat  einen
Jahresetat  von  685  Mark  R.  und  1680  Mark  P.  (1  Assistent).  Das
astronomische  Institut  ist  mit  100  Mark  R.  dotiert.

9%  In  der  Physik  sind  angestellt  cin  ordentlicher  Professor
(das  Ordinariat  besteht  seit  1749)  und  (seit  1901)  ein  Extraordinarius,
letzterer  besonders  für  theoretische  Physik.  Außerdem  lehrt  ein  Privatdozent.
  Das  physikalische  Institut,  das  früher  in  der  alten  Universität  sich
befand,  wurde  1879  in  einem  Neubau  untergebracht,  der  mittlerweile
vergrößert  wurde;  auch  besteht  seit  1881  cin  mawnetisches  Observatorium
  im  Institutsgarten.  Der  ordentliche  Jahrescetat  beträgt
WU  Mark  R.  und  3)  Mark  P.  (2  Assistenten,  I  Diener).

10.  Die  Chemie  als  besonderes  Fach  war  seit  1782  hier  vertreten,
  aber  in  der  medizimischen  Fakultät.  1836  wurde  die  Pharmazie
abgetrennt;  die  allgemeine  Chemie  bildete  einen  Teil  der  Physik.
Aus  dem  klinisch-chemischen  Institut  der  medizinischen  Fakultät  ging
1853  das  „Laboratorium  für  organische  Chemie“  hervor.  Die  Ernennung
  eines  Extraordinarius  (Scherer)  für  „die  Lchrvorträge  der
organischen  Chemie  in  Verbindung  mit  den  für  die  Kliniken  des
Juliusspitals  nötigen  chemischen  Untersuchungen“  erfolgte  bereits  1842.
1867  wurde  die  allgemeine  Chemie  gänzlich  vom  Lehrstuhl  der  Physik
getrennt.  Seit  1870  fanden  organische  und  anorganische  Chemie  ihre
vereinigte  Vertretung  und  zwar  in  der  philosophischen  Fakultät.  Aneestellt
  sind  zur  Zeit  ein  Ordinarius,  ein  Extraordinarius,  außerdem

*)  Das  am  27.  Dezemiwer  1857  genehmigte  historische  Seminar  zerfallt  seit  1877
ın  2  selbständige  Abteilungen,  eine  für  alte‘  und  eine  für  mittlere  und  neuere  Geschichte.

Das  Unterrichtswesen  im  Deutschen  Reich.  |].  31