XIII.  Die  Königlich  Bayerische  Friedrich-Alexanders-Universität
  zu  Erlangen.*)

Schon  von  jeher  war  es  ein  Licblingswunsch  der  Markgrafen
von  Brandenburg  gewesen,  in  ihren  Ffürstentümern  eine  Hochschule
zu  errichten.  Markgraf  Georg  der  Fromme  trug  sich  um  1529  mit
diesem  Plan,  Markgraf  Christian  nahm  um  1644  die  Idee  wieder  auf,
aber  erst  dem  Markgrafen  Friedrich  ist  es,  ungefähr  100  Jahre  später,
grelungen,  sie  zu  verwirklichen.  Am  21.  März  1742  wurde  zu  Bayreuth
die  Academia  Fridericiana,  die  kurzlebige  Vorläuferin  der  Friderico-‚\lexandrina
  Erlangensis,  im  lHörsaal  des  Gymnasiums  feierlich
eröffnet.  Am  Sonntag  Quasimodozeniti  1742  erschien  der  erste
J.cktionskatalog  für  das  ganze  Jahr  1742/43.  Nach  der  Bestimmung
des  Stiftungsedikts  zeigten  die  Lehrer  mit  wenigen  Ausnahmen  nur
ihre  öffentlichen  Vorlesungen  an  und  erboten  sich  zu  Privatvorlesungen
bloß  im  allgemeinen,  indem  sie  die  Wahl  der  Gegenstände  den
Studierenden  überließen.  Aber  der  Bayreuther  Akademie,  cinem
Mittelding  zwischen  Gymnasium  und  Hochschule,  fehlte  es,  wie  sich
bald  herausstellte,  an  T.ebensfähigkeit,  und  schon  im  Herbst  1743
erfolgte  die  Verlegung  der  Akademie  nach  Erlangen  und  damit
zugleich  ihre  Ausgestaltung  zur  eigentlichen  Universität.  Am
4.  November,  den  die  Universität  bis  zum  heutigen  Tag  als  ihren
Stiftungstag  feiert,  wurde  in  höchst  festlicher  Weise  ihre  Eröffnung
durch  den  Markgrafen  Friedrich  und  seine  Gemahlin  Wilhelmine

*)  An  Quellen  wurden  außer  den  Universitätsakten  benutzt:  Die  Universität  Erlangen
von  1743—1843  (von  Eugelluarde),  Erlangen  o.  J.;  E.  Sehling,  Daniel  von  Superville.
Das  Kanzleramt  an  der  Universitat  Erlangen,  Leipzig  1893;  Personalstand  der  Friedrich-Alexanders-Universität
  in  ihrem  ersten  Jahrhundert,  Erlangen  1843:  F.  Lammers
Geschichte  der  Stadt  Erlangen  von  ihrem  Ursprung  unter  den  fränkischen  Königen  bis
zur  Abtrelung  an  die  Krone  Tavem,  Erlangen  1834;  Stein  und  Müller,  Geschichte
von  Erlangen  in  Wort  und  Bild,  Erlangen  1898.