Die  Königl.  Bayerische  Friedrich-Alexanders»-Universität  zu  Erlangen.  495

öffentlicher  Hörsüle  eingerichtet  und  damit  den  Dozenten  die  bis  dahin  bestandene
lästige  Auflage,  selbst  für  entsprechende  Auditorien  zu  sorgen,  abgenummen.  In  der
theologischen  Fakultät  wurde  das  homiletische  (Prediger-)  Seminar  etwas  umgestaltet
(1813)  und  ihm  die  während  der  französischen  Zeit  entzogene  Dotierung  wieder  zuerkannt,
im  Jahre  1821  ein  katechetisches  Seminar  mit  200  Gulden  Personal-  und  20  tsulden
Realexigenz  errichtet,  1826  ein  theologisches  Seminar  mit  einer  exegetischen  und  einer
kirchenhistorischen  Abteilung,  1834  ein  Ephorat  gegründet.  Auch  das  philologische
Seminar  hat  1827  eine  Umgestaltung  erfahren.

Unter  den  Universitätslehrern,  welche  1810—1043  in  Erlangen
längere  oder  kürzere  Zeit  wirkten,  dürften  die  folgenden  als  die
bedeutendsten  bezeichnet  werden:  f.  die  Theologen  Joh.  Ben.
Winer  1825-32),  G.  Chr.  Ad.  Harleß  (18%3—45),  Herm.  Olshausen
  (184—39),  J.  Chr.  Konr.  Hofmann  (1838  —42  und  1845  —  177)
für  neutestamientliche  Exegese,  J.  G.  Veit  Engelhardt  (1820—55)
für  historische  Theologie,  Gottfr.  Thomasius  (18942—75)  für
systematische  Theologie,  J.  Wilh.  Höfling  (1833—52)  für  praktische
Theologie,  der  außerordentliche  Professor  Joh.  Chr.  Gottl.  I.udw.
Kraft  (1818  —45);  2.  die  Juristen  G.  Friedr.  Puchta,  der  als  außerordentlicher
  Professor  1824—28  in  Erlangen  wirkte,  der  Staats-  und
Kirchenrechtsichrer  Friedr.  Jul.  Stahl  (1832,  dann  184—4):
X.  von  Scheurl  für  Kirchenrecht  und  römisches  Recht  (1839-1881,
3.  in  der  medizinischen  Fakultät:  der  Anatom  Gottfr.  Fleischmann
(1318---1850),  die  Botaniker  Chr.  Gottfr.  Nees  von  Esenbeck  (1818,
und  Mich.  Dan.  Jos.  Koch  (1824—  49),  die  Chirurgen  Mich.  Jäger
(1926  —32  und  193438,  und  L.udw.  Stromeyer  (1838--41),  der
P’hysiologe  und  Zoologe  K.  Theod.  von  Siebold,  der  Anatom  und
Zoologe  Rud.  von  Wagner  (1832-401;  4.inder  philosophischen  Fakultät:
die  klassischen  Philologen  Ludw.  Döderlein  (1819—63,,  Jos.  Kopp
(1827—42),  K.  Friedr.  Nägelsbach  (1942-59),  die  Philosophen
Friedr.  Köppen  (1827—58,,  Karl  Heyder  (189-806),  K.  Phil.
Fischer  (1841-79),  Friedr.  W.  J.  Schelling  (1821—27  in  Erlangen,
las  1821—23,,  Ludw.  Feuerbach  (1828—32  und  1835  —3601,  F.  Aug.
von  Schaden  (1939-52,  die  Nationalökonomen  Karl  Heinr  Rau
(1318-22)  und  Benedikt  Hermann  (1823-27),  der  Orientalist
Yriedr.  Rückert  1826-41),  die  Mathematiker  Martin  Ohm
(1311-17  Privatdozent  in  Erlangen),  Simon  Ohm  (Privatdozent  1812),
Joh.  Wilh.  Staudt  (1818—38,,  Karl  G.  Chr.  von  Staudt  (1835
bis  18671,  der  Zoologe  G.  H.  Schubert  (1818—127).

Die  Zeit  von  1843  bis  zur  Gegenwart  wird  am  besten  in  zwei
Zeitabschnitte  zerlegt,  deren  erster  die  Jahre  1843  bis  1880  und  deren
zweiter  die  Zeit  von  1880  bis  IW3  umfaßt.