Die  Königl,  Bayerische  Friedrich-  Mexanders-Universitäl  zu  Erlangen.  495

gleichen  Zeit  ein  neucs  botanisches  Institut  für  123000  M.  erbaut.  In
den  Jahren  1892—94  entstanden  das  pharmakologisch-poliklinische
Institut  mit  70000  M.,  das  physikalische  Institut  mit  211  000  .M.  und
ein  neues  Hörsaalgebäude  für  die  Frauenklinik  mit  36  WM.  Kosten.
Für  das  mineralogisch  -  geologische  Institut  wurde  1894—%  das
Museum,  nachdem  die  Hörsäle  in  das  neuc  Kollegiengebäude
verlegt  und  die  Physik  in  dem  Neubau  untergebracht  worden
war,  mit  cinem  Aufwande  von  97000  M.  umgebaut.  In  den
Jahren  1895—97  entstand  ein  neues  Anatomiegebäude  mit  300  O00  M.
Baukosten;  das  alte  Anatomiegebäude  wurde  seitdem  als  interimistische
Unterkunftsstätte  für  das  pharmazeutische  Institut,  neuerdings  für  das
physiologische  Institut  benutzt.  In  Jahre  1898  konnte  das  hygienische
Institut  in  einem  Anbau  des  chemischen  Laboratoriums  (Bausumme
GO  A.)  eröffnet  werden.  In  den  Jahren  1898  —19%01  erfolgte  der  Bau
eines  neuen  chemischen  Instituts,  dessen  bisherige  Räume  dem
pharmazeutischen  Institut  eingeräunit  wurden,  mit  einem  Bauaufwand
von  312000  MM,  LRYB—I%01  die  Erweiterung  der  medizinischen  Klinik
nit  300000  A.  1902/03  die  Erweiterung  der  chirurgischen  Klinik
mit  210000  M.  und  der  Frauenklinik  mit  250000  M.  Kosten.  AI
letzter  Neubau,  der  eben  im  Fntstehen  begriffen  ist,  sei  der  des
pathologisch-anatomischen  Instituts  erwähnt.  Der  Erweiterung,  Verbesserung
  und  Umgestaltung  der  Institutsbauten  parallel  ging  eine
Erhöhung  der  Betriebsetats,  wie  dies  die  folgenden  Übersichten  aufweisen.
  Nicht  im  gleichen  Maße  fand  das  Bedürfnis  nach  Räumlichkeiten
  für  die  Seminarien  in  der  theologischen,  juristischen  und
philosophischen  Fakultät  Befriedigung;  zwar  hat  die  Zahl  der
Seminarien  selbst  in  den  letzten  Jahrzehnten  erheblich  zugenommen,
aber  vielen  derselben  fehlt  es  an  ausreichenden  und  zweckentsprechenden
  Räunicn.

Rücksichtlich  der  Frequenz  der  einzelnen  Fakultäten  hat  sich  in
den  letzten  drei  Jahrzehnten  eine  bemerkenswerte  Verschiebung  vollzogen.
  Während  bis  in  die  fünfziger  Jahre  des  19.  Jahrhunderts
die  Zahl  der  Studierenden  in  der  theologischen  und  juristischen
Fakultät  ungefähr  im  Gleichgewicht  stand,  die  Zahl  der  Mediziner
und  Philosophen  sich  dagegen  in  bescheidenen  Grenzen  bewegte,  hob
sich  die  Zahl  der  Theologen  seit  den  sechziger  Jahren  zu  solcher
MNöhe,  daß  sie  nicht  selten  die  Hälfte  und  mehr  der  Gesamtzahl  der
Studierenden  erreichte.  Seit  den  achtziger  Jahren  nehmen  die
Studierenden  der  Rechte  und  insbesondere  der  Medizin  rasch  zu,  so
daß  18%  die  Zahl  der  Mediziner  jene  der  Theologen  bereits  übertraf.