Ss00  Die  einzelnen  Universitäten.

vo)  Botanik:  1  Ordinarius.  Botanischer  Garten  und  botanisches
Institut  (gegr.  1771,  Neubau  18W—1892,  Etat  16232  M.,
darunter  5883  M.  Personalbedarf,  105089  M.  Realbedarf).

Als  allgemeine  Universitätsanstalten  kommen  in  Betracht:

I.  Die  Universitätsbibliothek.  —  Ihren  Grundstock  bildet:
Ein  Büchergeschenk  des  Gründers  der  Universität,  des  Markgrafen  Friedrich  von  Bayreuth,
und  die  medizinische  Bibliothek  des  Geh.  Rats  Superville  (ca.  3000  Bünde).  Dazu
kamen:  1748  die  erste  llälfte  der  Bibliothek  des  Klosters  Heilsbronn;  in  den  50er  Jahren
des  18.  Jahrhunderts  die  Bibliothek  der  Markgrätin  I'riderike  Sophie  Wilhelmine  von
Bayreuth  und  die  Neustädter  Bibliothek  des  Markgrafen  Friedrich  Christian;  in  den  60er
und  70er  Jahren  die  zweite  FHülfte  der  Heilsbronner  Bibliothek  und  die  Doubletten  der
nach  Altdorf  gelangten  'Trewschen  Tibliothek;  Ende  des  18.  Jahrhunderts  die  Masiussche
Bibliothek,  die  Bibliothek  des  Klosters  5.  Jobst  bei  Basreuth  und  ein  Teil  der  Bibliothek
des  Klosters  Tangheim  bei  Culmbach;  1805  die  Ansbacher  Schloßbibliothek  und  die
Schwaninger  Bibliothek;  1818  die  Altdorfer  Universitätsbibliothek  mit  ihren  Annexen,
der  Trewschen,  Stöberlinschen  und  der  Bibliothek  der  Altdorfer  deutschen  Gesellschaft  ;
später  noch  die  Bibliothek  der  letzten  Markgrüfn  Caroline  von  Ansbach  nebst  zahlreichen
anderen  kleineren  Büchersammlungen  (nus  neuerer  Zeit  Teile  der  ehemaligen  Erlanger
Stadtbibliothek,  der  Stintzingschen,  Genglerschen  und  Abelschen  Bibliothek).  Die
Bibliothek  befand  sich  früher  im  alten  Universitätsgebäude,  seit  1825  befindat  sie  sich  in
dem  nach  dem  Brand  von  1814  neuerbauten  Schloßgebäude,  das  sie  seit  1889  allein
inne  hat.

Das  Personal  der  Bibliothek  bestcht  gegenwärtig  aus  1  Oberbibliothekar,  1  Bibliothekar,
  1  Sekretär,  1  wissenschaftlichen  Ililfsarbeiter  und  3  Dienern.

Ihr  Etat  beträgt  zur  Zeit  ca.  32865  M.  für  Wealbedarf,  18160  M.  für  Personalbedarf.


Der  Bücherbestand  beziflert  sich  auf  ca.  218000  Bände  außer  Dissertationen  und
Programmen,  2029  Wandschriften  und  2100  Inkunabeln.

Mit  der  Bibliothek  verbunden:  1.  Münzsammlung  (ohne  Etat),  1858  an  die  Universität
  gekommen  als  Legat  des  Freiherm  Friedrich  Valentin  Voit  von  Salzburg;  Vermehrung
  nur  durch  gelegentliche  Geschenke;  2.  Kupferstichsammnlung  (Ktat  zur  Konservierung:
  172  M.,  cinbegriffen  in  dem  Bibliotheksetat),  gegründet  gleichzeitig  mit  der
Kunstsammlung  1854.

2.  Die  Kunstsammlung,  gegründet  1854  mit  einem  Jahresetat
von  40  M.

3.  Das  akademische  L.esezimmer,  1889  gegründet.

Die  Universität  stellt  T,okal,  Beleuchtung,  leizung  und  Reinigung.  Jeder  Stndierende
  und  llörer  der  Universität  hat  pro  Semester  einen  Beitrag  von  2  M.  zu
leisten.  Dazu  treten  die  Beiträge  der  Professoren  zu6  M.  und  der  Privatdozenten  und
‚Assistenten  zu  4  M.  im  Semester.  Der  Etat  des  Lesezimmers  beträgt  einschließlich  der
Zinsen  seines  eigenen  Vermögens  (Erspamisse  früherer  Jahre,  im  ganzen  6500  M.)
ca.  5100  M.

4.  An  allgemeinen  Einrichtungen  für  Körperpflege  ist  zu  erwähnen:
  Das  Fechtinstitut  mit  1  Fechtlchrer,  das  Reitinstitut  mit
1  Reitlehrer  und  der  Jugendspielplatz,  für  welchen  ein  Jahresbetrag
von  975  M.  ausgeworfen  ist.